08.04.09 | Das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel) hat über den Winter das Areal der Embracher Jagdschiessanlage Au untersucht. «Die Untersuchung zeigt auf, dass das Gelände altlastenrechtlich gesehen als sanierungsbedürftiger Standort einzustufen ist», schreibt die Baudirektion in einer Mitteilung. Belastet – durch Wurftauben und Munition – sind gemäss Studie Boden, Oberflächengewässer und das Grundwasser.
Rolf Gerber, Chef des Amts für Landschaft und Natur der Baudirektion, sagt auf Anfrage: «Bei früheren Untersuchungen wusste man schon, dass Schadstoffe auf dem Boden liegen.» Man habe aber den Verlauf der Schadstoffe im Sickerwasser und im Grundwasser nicht gekannt. «Jetzt hat man herausgefunden: Die Situation im Grundwasser und im Sickerwasser ist nicht unbedenklich.» Es bestehe nun kein Zweifel mehr daran, dass Blei und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (Pak), die als krebserregend gelten, durch den Boden bis zum Grundwasser gelangen. Es werde jedoch davon ausgegangen, dass eine akute Gefahr für Trinkwasser und Lebewesen in Gewässern nicht bestehe, so Gerber.
Nun ist die Baudirektion verpflichtet, ein Sanierungsprojekt für die Jagdschiessanlage auszuarbeiten. Unklar sei bisher zum Beispiel, ob die Sanierungsmassnahmen das ganze Anlagenareal betreffen oder nur einen Teil davon. «Aber saniert wird in jedem Fall», betont Gerber. Es werde sehr aufwendig und teuer sein. Bei der aktuellen Sanierung der Jagdschiessanlage Pfäffikon rechne man mit Kosten von 2,5 Millionen Franken. Trotz des Aufwandes werde es aber vermutlich nicht möglich sein, in Embrach sämtliche Altlasten zu entfernen. Dies, da sich das Material teilweise gelöst im Wasser befinde, das sich langsam weiterbewege.
Schiessbetrieb geht weiter
Die Baudirektion strebt an, bis 2012 ein Sanierungsprojekt vorzustellen. Denn so besteht die Möglichkeit, dass für einen Teil der Arbeiten Bundesgelder gesprochen werden. Die Restkosten hat der Kanton zu tragen. Bis das Sanierungsvorhaben feststeht, kann die Jagdschützengesellschaft Zürich den Schiessbetrieb weiterführen. Der Entwurf des aktuellen Betriebsreglements werde nun anhand der gewonnenen Erkenntnisse angepasst. «So versuchen wir, dass in der Übergangsfrist durch den Schiessbetrieb zusätzliche Schäden in einem absoluten Minimum bleiben.» Ob der Schiessbetrieb auch nach einer Sanierung weitergeführt werden könne, steht laut Gerber noch nicht fest. «Wir behalten uns vorderhand alle Optionen offen.» Dass das Gebiet der Schiessanlage auch für Naturschutz und Landschaftsschutz von Interesse sei, mache die Angelegenheit noch komplizierter. Die Anlage liegt zum Teil in einer seit 2003 bundesrechtlich geschützten Tössaue.
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