08.04.08 | "Bevor der Bär abgeschossen wird, soll er lieber zu uns kommen", bestätigte Bernd Schildger, Direktor des Berner Tierparks Dählhölzli, am Dienstag einen Bericht von "20 Minuten". Im Tierpark hätte der Bär einen sicheren Platz, so Schildger. Und wenn der neue Bärenpark neben dem Bärengraben fertig sei, hätte "JJ3" gar ein artgerechtes Gehege.
Graubünden winkt ab
Den Vorschlag zur Rettung des Bären hat Schildger dem Kanton Graubünden unterbreitet. Für Georg Brosi, Vorsteher des Amtes für Jagd und Fischerei des Kantons Graubünden, ist das Einsperren jedoch keine Option.
Erstens gebe es genügend Bären, die in Gefangenschaft geboren würden und einen Platz brauchten. Ausserdem fehle es "JJ3" einfach an Scheu vor der Zivilisation. Sein Verhalten habe er von seiner Mutter "Jurka" gelernt. So gesehen sei es für ihn besser, ihn einzuschläfern als ihn einzusperren.
Brosi vermutet, dem Interesse des Dählhölzli an dem Bären liege auch die Hoffnung zugrunde, einen Publikumsmagneten nach Bern zu holen. Diesen Vorwurf weist Tierpark-Direktor Schildger zurück. Es gehe nicht um einen Werbegag, sondern einzig um das Wohl des Bären.
Bär auf Plündertour
Der mit einem Sender überwachte "JJ3" hält das Bündnerland in Atem. Er dringt regelmässig in bewohntes Gebiet ein und plündert Abfallcontainer. Der zweijährige Bär wird deswegen nun vergrämt.
Sollte ihm dies seine Naschwut nicht abgewöhnen, dürfte es ihm an den Kragen gehen. Bevor "JJ3" aber abgeschossen wird, muss er vom Problembären zum Risikobären hinaufgestuft werden.
Die Umklassierung würde von Bund und Kanton Graubünden im Rahmen der Interkantonalen Kommission für das Raubtiermanagement (IKK) vorgenommen. Aufschub durch Einsprachen wäre gemäss Brosi nicht denkbar. Wenn der Bär für die Menschen gefährlich werde, müsse man sofort handeln.
Der zweite Bündner Bär "MJ4", der Halbbruder von "JJ3", bereitet keine Probleme. Er meidet Menschen und wurde bisher nur selten gesehen.
Quelle: SDA
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