26.07.10 | Mit einer oft gehörten Aussage gehe ich einig: Es ist kein direkter Angriff gegen die Jagd. Das will aber nicht heissen, dass das daraus resultierende Gesetz respektive die Umsetzung nicht als Instrument benutzt werden kann, auch den Jägern und den angehenden Jägern das Leben später schwer zu machen.
Da wir als Staat im Zentrum von Europa leider zu oft die europäischen Denkansätze übernehmen, obwohl wir wissen und sehen, was für irrige Regelungen Brüssel resp. die Gemeinschaft hervorbringt, befürchte ich, dass wir germanische Verhältnisse bekommen könnten, was den Neuerwerb, den Besitz, den Transport und die Aufbewahrung von Waffen und Munition angeht.
Die Ideenvielfalt, die unser nördliches Nachbarland entwickelt, um Waffenbesitzer und somit auch Jäger zu schikanieren, ist fast unermesslich und kann kaum gestoppt werden. So ist es einem Jägerprüfungskandidaten fast unmöglich, eine Waffe zu erwerben, um seine Prüfung mit der eigenen Waffe zu absolvieren.
Die Vorleistungen, die ein Kandidat betr. Beschaffung von Erlaubnisscheinen, Waffenschränken etc. erbringen muss, könnten manch jungen und ambitionierten Kandidaten davon abhalten, in die Gilde der Jäger einzutreten, was der Verjüngung unserer Zunft kaum förderlich sein würde. Es ist in Deutschland auch möglich, jederzeit die Aufbewahrung der Waffen gebührenpflichtig zu kontrollieren.
Aus diesem Grunde bin ich absolut nicht dafür, dass wir Jäger eine zurückhaltende, ja uninteressierte Haltung einnehmen, nur weil wir im Initiativtext mit einem «Zückerli» ruhiggestellt werden. Der Initiativtext und das Gesetz sind eine Sache, was nachher daraus gemacht wird ist eine andere.
Darum möchte ich die Vertreter der Jägerschaft bitten, eine dezidierte und klare Haltung gegen diesen Text einzunehmen und in der Öffentlichkeit auf mögliche Folgen, was die Kostenentwicklung in den Verwaltungen angeht, hinzuweisen.
Wird die Initiative in dieser Form angenommen, werden wir vermutlich unser blaues Wunder erleben, was die Aufbewahrung, den Transport, den Erwerb und die willkürlichen Kontrollen von Waffenbesitzern und Jägern angeht. Ein solches Gesetz trifft nur diejenigen, die so lieb sind, Waffen legal zu erwerben und zu melden. Und dazu gehören wir Jäger.
Ich bin wie viele andere davon überzeugt, dass diese Initiative in keiner Art und Weise geeignet ist, den illegalen Erwerb, Besitz, oder den selbstschädigenden Einsatz von Waffen oder gar die Waffengewalt zu verhindern. Nur um die Armeewaffen ins Zeughaus zu verbannen, braucht es keinen Rundumschlag in dieser Form. Das geht auch auf freiwilliger Basis.
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