11.12.08 | Als einer der ersten Schweizer Kantone durchbricht Solothurn den hergebrachten Kantönligeist. Wie aus einer Mitteilung des Volkswirtschaftsdepartements hervorgeht, werden ab 1. Januar 2009 alle Jagdpässe und Jagdpatente der Schweiz ohne weiteres anerkannt. Somit können alle ausserkantonalen Jägerinnen und Jäger, die einen gültigen Jagdpass oder ein Jagdpatent ihres Kantons besitzen, auf Einladung einer Solothurner Jagdgesellschaft die Jagd im Kanton Solothurn ausüben.
Das Vorgehen wird wesentlich vereinfacht. Der zuständige Jagdleiter muss vor der Jagd prüfen, ob der auswärtige Gast tatsächlich einen gültigen Jagdpass besitzt. Mit dieser Kontrolle ist dann auch die Versicherungsfrage geklärt, da der Versicherungsnachweis ja schon vom ausstellenden Kanton geprüft wurde.
Landammann Esther Gassler erklärte in einer Mitteilung: «Erfahrungen mit der Bejagung von Wildschweinen haben gezeigt, dass es sinnvoll und erfolgversprechend ist, bei Bestätigung von Wildschweinrotten im Revier kurzfristig grossräumige Jagden zu organisieren.» Dies soll fortan ohne grossen Aufwand auch mit ausserkantonalen Jägern möglich sein.
6 KOMMENTARE
Gar nicht schön hingegen, ist der kompensatorische Preisaufschlag für jeden Solothurner Jäger. Ansonsten bleibt für Jäger, die ausserhalb des Kantons wohnen alles beim alten. Höherer Preis für den Jagdpass (verständlich) und sehr hoher Pachtzuschlag für ausserkantonale Jäger (nicht verständlich). Die Zeiten haben sich geändert und die erbrachten Leistungen sollten berücksichtigt werden. Daher muss die Jagd nicht mehr selbsttragend sein. Die Öffentlichkeit provitiert von den Leistungen der Jäger punkto Fallwildentsorgung, Seuchenbekämpfung, Schadensbegleichung etc. Daher braucht es je länger je mehr Personen die sich mit grossem Idealismus für die Jagd einsetzen und da dürfen doch heutzutage die Kantonsgrenze nicht als Hindernis dastehen.
Hugo Bürki
Hier steht Vernunft vor Gebührenjägerei und Kantönligeist. Ich bin sehr gespannt, bis wann weitere Kantone - insbesondere die sich rühmen überall die besten und fortschrittlichsten zu sein - nachziehen!
Hansueli Herzog, JG Wölflinswil und Wittnau Ost
tauschen und erleben, wie andere jagen.
Ich werde von diese Neuerung guten Gebrauch machen und hoffe, dass dies bald schweizweit möglich sein wird!
Die kantonalen Jagdverwaltungen und insbesondere jene in Graubünden sollten dem guten Beispiel folgen! Ist doch keine grosse Sache, alle schweizer Jagdprüfungen (Fähigkeitsprüfungen) in allen Kantonen zu anerkennen.
Eine andere Sache sind die ausländischen Jagdprüfungen! Die gehören nicht anerkannt/gleichgestellt, wenn in der Schweiz wohnhafte Schweizer zur Umgehung der schweizer Regeln ins Ausland ausweichen, um leichter und rascher eine Jagdprüfung zu machen!
Michele Costantini
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