10.12.09 | Zum Jahresbeginn, meistens von Januar bis März finden schweizweit Pelz- und Fellmärkte und Trophäenschauen statt. Von den rund 40'000 erlegten Rotfüchsen gelangen ungefähr die Hälfte in den Handel und werden an den Märkten zur Auffuhr gebracht. Auch eine stattliche Anzahl von Marderfellen und Dachsschwarten, sowie Decken von Schalenwild, werden so einer sinnvollen Nutzung zugeführt.
Alljährlich hoffen Jägerinnen und Jäger landauf, landab, für den zur Auffuhr gebrachten "Rohstoff" aus einheimischer Jagd, bei den Händlern einen "guten" Preis aushandeln zu können. Leider blieb in den vergangenen Jahren nur die Hoffnung. Die Präsenz vom Pelzfachverband SwissFur an den historischen und traditionellen Märkten, hat bis heute leider auch nicht die erhofften Ergebnisse gebracht. In jüngster Vergangenheit ist festzustellen, dass bei der grünen Gilde gegenüber dieser Situation eine gewisse Ohnmacht, Mutlosigkeit und Enttäuschung herrscht. Die Organisatoren der Märkte stehen diesem Problem ebenfalls machtlos gegenüber. Das OK des Oberwalliser Pelzmarktes und der Kantonal Bernischen Trophäenausstellung und Pelz- und Fellmarkt Thun, haben in diesem Zusammenhang recherchiert.
Mit Ausnahme der Zeit unmittelbar nach dem Krieg, waren die Preise für Felle, Decken und Schwarten noch nie so tief wie heute. Zur Freude der Jägerschaft durfte in den Jahren 2007 und 2008 ein leichter Anstieg der Preise festgestellt werden. Im Jahr 2009 kam jedoch die gewohnte Ernüchterung. Die Hoffnung auf eine nochmalige Preissteigerung des einheimischen "Rohstoffs", wich der Tatsache, dass sich die Preise wieder talwärts bewegten. Es zeigte sicht, dass die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise auch den Pelzfellhandel nicht verschont. Die Nachfrage im Inland sinkt und da Grosshändler im naheliegenden Ausland den Pelzfellhandel in der kommenden Saison vollkommen eingestellt haben, sind die Exportmöglichkeiten sehr eingeschränkt. Gemäss Aussage des Schweizerischen Pelzfachverbandes SwissFur ist Fakt, dass der aktuelle Preis des rohen Rotfuchsfells in keiner Weise seinem Wert entspricht. Das Problem sei die zu geringe Nachfrage. Jeder der vielen Verarbeitungsschritte koste immer den Arbeitslohn, egal welchen Preis das Rohfell erziele. Dass die Jägerschaft darob frustriert sei, wenn deren Arbeit nicht mal einen annähernd symbolischen Wert im aktuellen Rohfellpreis darstelle, sei verständlich. Doch die Rohfellpreise stehen am Anfang der ganzen Kette. Und die Nachfrage am Ende der Kette bestimme diesen Anfangspreis.. Die Lagerbestände der Händler sind sehr gross und konnten auch im Verlauf des Jahres 2009 nicht wesentlich reduziert werden. Die Abnehmer aus Industrie und der Modebranche hielten sich mit Käufen sehr zurück. Und wenn eingekauft wurde, griff man oftmals auf Zuchtware zurück. Das Rohmaterial aus Zuchten kann nahezu zu 100% verarbeitet und verwendet werden. Hingegen ist beim Material aus der Jagd, wegen Schusslöchern ein gewisser Prozentsatz als Abgang nicht zu umgehen. Das Abbalgen von Füchsen oder das aus der Deckeschlagen von Schalenwild, bietet dem einen oder anderen Grünrock Probleme, so dass das Rohmaterial Schaden erleidet und die Wahre nicht zu 100% verwendet werden kann. Die nach wie vor geführten Anti-Pelz-Kampagnen, tragen auch nicht dazu bei, dass die Preise ein befriedigendes Niveau erreichen und der Handel gefördert wird.
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