21.12.09 | Auch in den Nordalpen werden bald wieder die Knochen krachen. Dafür sorgt der Bartgeier, der ab kommendem Jahr in dieser Region ausgewildert werden soll. Dieser eindrücklicher Aasfresser, der am liebsten Knochen von verendeten Tieren frisst und diese zwecks mundgerechter Zerkleinerung aus grosser Höhe auf Geröllhalden fallen lässt, war ursprünglich in der ganzen Schweiz heimisch und wurde anfangs des 20. Jahrhunderts im Alpenraum ausgerottet.
Seit 1987 wurden in den Alpen 160 junge Bartgeier ausgewildert, 26 davon im Schweizerischen Nationalpark. Dank dem Wiederansiedlungsprojekt haben sich inzwischen erste Populationskeime, wie im Raum Engadin und in Haute‐Savoie und dem angrenzenden Wallis, gebildet. Allerdings, so zeigt eine aktuelle Analyse, ist die genetische Basis der Wildpopulation noch zu klein.
Die Stiftung Pro Bartgeier will dem nun mit Auswilderungen in den Schweizer Nordalpen entgegenwirken und die flächige Besiedlung des ehemaligen Verbreitungsgebiets fördern. Die intakten Wildtierbestände und die guten thermischen Bedingungen im eidgenössischen Banngebiet Graue Hörner bieten beste Lebensbedingungen für Bartgeier. Hier, im St. Gallischen Calfeisental, sollen im Frühsommer 2010 erstmals junge Bartgeier in den Schweizer Nordalpen ausgewildert werden.
Mehr zum Vorhaben im Jahresbericht der Stiftung Pro Bartgeier:
http://bartgeier.ch/downloads
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