31.07.08 | Die Baselbieter Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion (VSG) hatte am 14. April ein totales Fischereiverbot zwischen der Kantonsgrenze zum Jura und Laufen verfügt. Unterhalb davon bis zur Mündung in den Rhein in Basel/Birsfelden BL durfte man seither nur Forellen bis 35 Zentimeter mitnehmen, aber nicht weitergeben.
Nun liegen die Ergebnisse zusätzlicher Fisch-Untersuchungen vor, wie Kantonstierarzt Ignaz Bloch am Mittwoch mitteilte. Diese hätten bestätigt, dass fettreichere Fischarten höhere PCB-Belastungen aufwiesen - PCB lagert sich im Fettgewebe ab. Dies gilt namentlich für den Speisefisch Aesche, aber auch für den Weissfisch Barbe.
Verbote und Appelle
Die zusätzlichen Fischfleisch-Analysen haben auch bestätigt, dass die PCB-Belastung Birs-abwärts abnimmt. So hat Bloch je nach Birs-Abschnitt und Fischart differenzierte Maximalmasse bestimmt. Die üblichen Schonmasse von 26-28 cm für Forellen und 30 cm für Aeschen, die Fortpflanzung ermöglichen sollen, gelten weiterhin.
So dürfen Fischende neu in der ganzen Baselbieter Birs Forellen bis 30 cm mitnehmen und auch weitergeben. Bis 35 cm darf man sie in zwei der drei Birs-Abschnitte nur selber essen, dies explizit "auf eigene Verantwortung". "Abgeraten" wird vom Verzehr mehr als einer Forelle dieser Grösse im Monat. Grössere darf man gar nicht essen.
Für Aeschen bleibt das Fischereiverbot oberhalb des Wasserfalls in Laufen bestehen; darunter gilt ein Fangfenster von 30 bis 35 Zentimetern. Barben darf man derweil nur bis Angenstein/Aesch BL mitnehmen, wobei man ebenfalls nicht mehr als eine pro Monat essen sollte. An Dritte weitergeben darf man Barben gar nicht mehr.
Rätselhaft erhöhte PCB-Werte bei Reinach
Mit ein Grund für diese differenzierte Regelung sind erhöhte PCB-Werte in Fischen im Raum Reinach BL. Dafür hat Bloch noch keine Erklärung. Er mache den Fischern Vorschriften nach dem "Grundsatz der Verhältnismässigkeit", sagte er auf Anfrage.
Die neuen Vorschriften gelten ab sofort und unbefristet - bis gelegentlich der Bund Regelungen erlasse. Die Einschränkungen für den untersten Baselbieter Birs-Abschnitt werde voraussichtlich auch wieder Basel-Stadt für seinen kurzen Uferabschnitt übernehmen.
Der Fischerverband Baselland akzeptiert diese Regelungen, wie Präsident Urs Campana auf Anfrage sagte: Derzeit sei keine andere Lösung in Sicht. Er pocht auf angekündigte Schweizer Regelungen. Und er fordert rasche Abklärungen, ob hinter den beunruhigend erhöhten Reinacher PCB-Werten eine lokale Verschmutzung steht.
Kapitale als Trophäen erlaubt
Die Fischer bekommen immerhin ein Zückerchen: Grosse oder in verbotenen Abschnitten gefangene Fische dürfen als "Trophäenfisch" mitgenommen und präpariert werden. Angesichts der PCB-Problematik rechnet Bloch nicht mit Schlaumeiereien.
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