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Kultur & Komfort -

Tafelkultur und Jagd - ein Lebenswerk

Friederike und René Felber, jagdlich orientierte Porzellansammler von internationalem Rang, haben soeben ein neues, prachtvoll gestaltetes Buch herausgebracht. Es vereinigt Bilder und Informationen über Porzellan mit köstlichen Wild-Rezepten aus Meisterhand und eignet sich deshalb besonders gut als Geschenk für jagdfreundliche Geniesser(innen).

René und Friederike Felber

24.12.07 | Zwei Passionen haben das Leben des Ehepaars René und Friederike Felber geprägt: die Jagd und das Sammeln von Porzellan. Der Arzt und die Kunsthistorikerin haben eine der international bedeutendsten Sammlungen von Wild und Jagdmotiven zusammengetragen. Besonders intensiv haben sie auch die kurze Geschichte und die weit verstreute Hinterlassenschaft der im 18.Jahrhundert tätigen Porzellan-Manufakturan ihrem Wohnort Kilchberg erforscht.

Die Felbers haben zahlreiche wissenschaftliche Publikationen, Ausstellungen und Tagungen angeregt und realisiert. Dieses Buch zeugt ausserdem von der Tatsache, dass sie mit ihren Kostbarkeiten leben und die jagdliche Tafelkultur auch im Alltag praktizieren. Deshalb sind den Abbildungen aus der reichhaltigen Sammlung Felber auch jahreszeitlich passende Rezepte beigegeben, die der Meisterkoch René Wüest (Quellenhof Bad Ragaz) komponiert hat. Ein bebilderter Exkurs informiert ausserdem über das selten behandelte Gebiet der kostbaren Jagdschalen.

Zufallsfund motivierte zum Sammeln
Seit sich die Felbers kennen, ist Keramos der dritte im Bunde. Keramos ist der Mann, der mit der Erde arbeitet. Und was dabei herauskommt, Keramik eben, zieht eine diskrete, aber eindrückliche Spur durch die gesamte menschliche Kulturgeschichte. Felbers erlebten es, als sie sich noch kaum die ersten Fachkenntnisse angeeignet hatten. Auf einer Ferienreise fanden sie zufällig in Venedig für sieben Franken ein bescheidenes Tässchen, das die Signatur «Z» der berühmten Kilchberger Porzellan-Manufaktur trug. Eine Trouvaille! Es gab eben damals so etwas wie eine «Seidenstrasse» zwischen Zürich und Venedig.

 

Die Zürcher Seidenherren hatten Verbindungen mit den Märkten von Mailand, Genua und Venedig und sandten ihre jungen Leute zu den Geschäftspartnern in die Ausbildung. Manche heirateten Italienerinnen und kehrten nach Zürich zurück. Oder die jungen Frauen nahmen in ihren Aussteuern Zürcher Porzellangeschirr und die zauberhaften Figuren mit in den Süden.

Jagdschalen - seltenes Spezialgebiet
Inzwischen besitzen Friederike und René Felber eine prachtvolle, von seltenen Kostbarkeiten förmlich schimmernde Sammlung von mehreren hundert Stück, jedes registriert und wissenschaftlich dokumentiert. Dazu kommt eine wahrscheinlich europaweit einmalige Sammlung von Jagdschalen, kostbaren Trinkgefässen, die den adligen Jäger zum Weidgang begleiteten und höfische Lebensart auch im Tannenwald gestatteten. René Felber präsidierte ein Vierteljahrhundertlang die Gesellschaft der Keramikfreunde der Schweiz und verstand es, seine Passionen sinnvoll zu kombinieren.

 

Mit der Zeit konzentrierte das passionierte Paar seine Porzellansammlung auf jagdliche Motive. Friederike und René Felber haben in gemeinsamer Arbeit etwa zwanzig wissenschaftliche Publikationen herausgegeben und mehrere Ausstellungen inspiriert oder mitorganisiert, so «Jagen und Fischen in der Zürcher Kunst» sowie die berühmte «Jagdzeit» in Wien (1996), die dem Arzt und Sammler aus der Schweiz das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien eintrug.

René Felber, Friederike Felber
Tafelkultur und Jagd
Essen und Trinken mit der Jagd durch die Jahrhunderte
Das Besondere: Jagdschalen
Edition Fretz bei NZZ Libro
Format 23 x 28 cm, Fr.48.-




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