22.04.08 | Die Wirte sind in der Natur vor allem die Mäuse, aber auch Waldtiere wie der Fuchs, die Igel oder auch die Vögel. Hat sich die Larve vollgesogen, so fällt sie wieder vom Wirt und geht auf die Erde zurück, wo sie eine Umwandlung (Metamorphose) durchmacht und zur Nymphe wird. Auch die Nymphe muss sich wieder einen Wirt suchen, findet ihn, saugt Blut und geht wieder auf die Erde zurück, um sich erneut umzuwandeln. Aus ihr entsteht entweder ein erwachsenes Männchen oder ein erwachsenes Weibchen. Beide Erwachsenen suchen sich wieder einen Wirt, um Blut aufzunehmen. Das Männchen braucht diese Energie zur Spermienbildung, das Weibchen zur Bildung von Eiern. Zwischen beiden kommt es zur Kopulation. Das Männchen deponiert seine Spermien vor der weiblichen Geschlechtsöffnung, von wo sie eingesogen werden. Die entstehenden Eier im weiblichen Körper werden so befruchtet. Nach der Spermienabgabe, respektiv nach der Eiablage haben beide Erwachsenen die Lebensaufgabe erfüllt und sterben. Mit dem Schlüpfen der Jungen beginnt der Lebenskreis erneut.
Welche Krankheiten verursachen Zecken?
Zecken kommen weltweit vor und übertragen zahlreiche Krankheitserreger. In Europa ist es der Holzbock (Ixodes ricinus), der uns Menschen anstecken kann. Übertragene Krankheitserreger sind Borrelia burgdorferi, ein Bakterium, das zur Lyme-Borreliose führt, das Frühsommer-Meningoenzephalitis- Virus (FSME-Virus), das die so genannte Hirnhautentzündung verursacht, sowie Anaplasmen und Babesien, welche eine Anaplasmose, respektiv eine Babesiose erzeugen können. In der Schweiz erkranken jährlich 3000 bis 5000 Menschen an einer Lyme-Borreliose, 100 bis 240 an einer schweren FSME. Die Anaplasmose und Babesiose beschränken sich auf Einzelfälle.
Wie stecken sich die Zecken selbst an?
Die frisch geschlüpften Larven sind fast alle keimfrei und müssen sich selbst zuerst anstecken.Sie erhalten die Keime beim Saugen vom Wirt oder von ihren älteren Weggefährten direkt.Wie funktioniert das?
Die Borrelien zum Beispiel schwimmen im Blut des Wirtes. Wenn die nicht infizierte Zecke an einer Maus saugt, so nimmt sie auch die Borrelien auf. Für die Borrelienaufnahme ist es also gleichgültig, ob die Zecke am Kopf oder am Schwanz der Maus saugt.
Nicht so,wenn die Zecke von einem FSME-Virus angesteckt wird. Die nicht infizierte Zecke erhält das Virus nämlich direkt von den älteren, schon angesteckten Zecken. Der Ansteckungsweg verläuft nicht durch das Blut, sondern durch das Hautgewebe des Wirtes. Das heisst, eine angesteckte ältere Zecke spült beim Saugen zum Beispiel an einem Ohr einer Maus oder eines Rehs das Virus unter die Haut des Wirtes (Abbildung 2). Vorausgesetzt, dass im Umkreis von einem Zentimeter eine weitere, nicht infizierte Zecke saugt, nimmt sie die unter der Haut liegenden Viren direkt auf und ist nun auch angesteckt. Voraussetzung, dass dieser «brüchige» Übertragungsweg funktioniert, ist, dass infizierte ältere Zecken und nicht infizierte jüngere Zecken miteinander zur gleichen Zeit und im Umkreis von einem Zentimeter saugen.
Was geschieht, wenn es nicht zu einem gemeinschaftlichen Saugen kommt? Dann können die Zecken nur mit den Borreliose-Bakterien infiziert werden, nicht aber mit dem FSME-Virus. In der Folge können noch Borreliose-Erkrankungen entstehen, nicht aber mehr die so genannte Hirnhautentzündung.
Welche Zecken sind für den Menschen gefährlich?
Larven sind für uns ungefährlich, weil sie, von Ausnahmen abgesehen, noch keimfrei sind. Die wichtigsten Krankheitsüberträger für den Menschen sind die Nymphen. Da sie schon einmal bei einem Wirt Blut gesaugt haben, sind sie in grosser Zahl auch Keimträger. Zudem sind sie zahlenmässig häufig und saugen gerne auf dem Menschen. Sie sind noch klein und werden auch lange nicht bemerkt. Die erwachsenen Zecken sind viel seltener und für die Krankheitsübertragung schon daher nicht mehr von Bedeutung. Sie sind auch grösser und werden schneller entdeckt, meistens noch bevor sie Keime übertragen haben.
Wieso gingen in der Schweiz 2007 die FSME-Fälle drastisch zurück?
Bis 2006 war in der Schweiz und in ganz Europa eine steigende Zahl von FSME-Fällen zu verzeichnen. 2007 ging die Zahl der Erkrankten in der Schweiz von 240 Fällen (2006) auf 111 Fälle zurück. In anderen europäischen Ländern wurde ein gleicher Rückgang beobachtet.
Der Rückgang wird mit dem Erfolg der laufenden Kampagne für die FSME-Impfung erklärt. In der Schweiz sind aber auch in Hochrisikogebieten immer noch nur eine Minderheit geimpft, höchstens 15 bis 20 Prozent. Nur schon mathematisch betrachtet, können diese nicht einen über 50-prozentigen Rückgang verursachen. Zudem sind die Fallzahlen auch in Ländern zurückgegangen, in denen keine Impfanstrengungen stattfanden.
1 KOMMENTARE
weil sie auch was brauchen und weil..
ich mag zecken und diese krankheiten sind auch nicht so schlimm..
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