27.01.12 | Die «Blaser R8 Professional Nachsuche» wurde eigens für diesen Zweck optimiert. Die Waffe hat der Winterthurer Schweisshundeführer Reto Muggler ein halbes Jahr auf seinen Nachsuchen geführt.Die Blaser R8, eine Weiterentwicklung des mittlerweile legendären Blaser R93 Gerade zu grepetierers, kam vor gut zwei Jahren auf den Markt.
Obwohl die R93-Jagdbüchse heute noch in grossen Stückzahlen hergestellt und verkauft wird, hat die neue R8 auch ihren festen Platz im Sortiment der einschlägigen Jagdfachgeschäfte und Büchsenmacher gefunden. Auch bei der Jägerschaft erfreut sich diese Waffe zunehmender Beliebtheit, obwohl der Jäger für das neue Modell doch etwas tiefer in die Tasche greifen muss. Bei der Weiterentwicklung der Blaser R8 wurde auch grösster Wert auf die Verbesserung der bei der R93 ohnehin schon sehr hohen Sicherheit gelegt. Dabei haben die Blaser Ingenieure selbst mit so hohen Gasdrücken gerechnet, wie sie in der Jagdpraxis eigentlich nie vorkommen sollten. JAGD&NATUR hat bereits in der Ausgabe 1/2011 ausführlich darüber berichtet.
In der Praxis
Unserem Tester Reto Muggler ist sofort aufgefallen, dass diese Waffe etwas schwerer und klobiger ausgefallen ist als das Vorgängermodell. Dies muss man, wohl oder übel, für die gestiegenen Anforderungen zugunsten der Sicherheit, gerade auch bei stundenlangen Nachsuchen, in Kauf nehmen. Um es gleich vorwegzunehmen, war dies der einzige Punkt, den Reto Muggler ernsthaft bemängelte, denn auf Nachsuchen zählt seiner Meinung nach jedes Gramm. Anders als bei der Ansitzjagd in unseren Revieren, wo man oftmals ja fast schon mit dem Auto in die imaginäre Tiefgarage unter der Kanzel fahren kann, muss man sich bei Nachsuchen in der Regel stundenlang in unwegsamem Gelände fortbewegen.
Ansonsten war Reto Muggler mit der R8 Professionell Nachsuche rundum zufrieden. Auf dem Schiessstand erreichte er mit dem kurzen 50-cm-Lauf eine Streuung von 2,8 cm auf 100 m (3 Schuss, .30-06 Spr.),was für einen Jagdrepetierer mit einem solch kurzen Lauf ein geradezu optimales Ergebnis ist.
Somit konnte Reto Muggler diese Waffe auch auf dem Ansitz einsetzen. Den zu Beginn des Tests etwas lauten Spannschieber konnte Büchsenmacher Helmut Weiss von Natur aktiv (Winterthur) soweit «zähmen», dass diese Waffe auch problemlos auf den Ansitz auf Schwarzwild mitgenommen werden konnte.
Pflegeleicht und strapazierfähig
Eigentlich ist die R8 Professional Nachsuche für einen Schweisshundeführer ideal. Weder der Lauf noch der Kunststoff Schaft mussten nach dem Einsatz speziell gepflegt werden. Feuchtigkeit und Schmutz scheint dieser Waffe nicht viel anhaben zu können. Auch der Kunststoff Schaft, welcher bei einemgröberen Sturz unseres Hundeführers bei einer Nachsuche einen fürchterlichen Kratzer abbekommen hatte, blieb trotzdem immer noch ansehnlich.
Die Form des Schaftes wurde für die R8 etwas überarbeitet und optimiert. Sie ist ergonomisch verbessert und mindert den Rückstoss unter anderem durch die spezielle Schaftkappe. Auch die Gleiteigenschaften der Schaftkappe konnten verbessert werden, was den schnellen Anschlag erheblich erleichtert. Die Aufnahmen für Riemenbügel können an verschiedenen Positionen, nämlich links, rechts, unten am Hinter- sowie am Vorderschaft und an der Mündung frei gewählt werden.
Geladen und doch sicher
Mit der R8 Professional Nachsuche profitieren auch Schweisshundeführer von den Vorteilen des Handspannsystems der Blaser R8. So ist das sichere Führen der geladenen Waffe mit entspanntem Schloss während der Arbeit am langen Riemen problemlos möglich. Die Waffe ist jedoch im Bedarfsfall durch Vorschieben des Spannschiebers in Sekundenbruchteilen schussbereit. Durch die sperrbaren Magazintasten ist das Magazin auch bei extremem Gebrauch, wie er bei Nachsuchen immer wieder vorkommt, sicher vor Verlust geschützt. Der Vollständigkeit halber sei hier noch angemerkt, dass es eine hundertprozentig sichere geladene Waffe nicht gibt! Nur von ungeladenen Waffen geht wirklich keine Gefahr aus.
Preiswerte Zieloptik von Zeiss
Für unseren Test haben wir den Blaser R8 Professional Nachsuche-Geradezugrepetierer mit einer Zieloptik von Zeiss ergänzt. Dabei haben wir nicht das Topmodell Varipoint verwendet, sondern ein Zielfernrohr aus der Preis-Leistungsoptimierten Modellreihe «Duralyt». Das verwendete Duralyt 2-8x42 mit Leuchtpunkt wurde gewählt, weil sich dieses Zielfernrohr sowohl für Nachsuche und Pirsch als auch für den Schuss vom Ansitz aus eignet. Die extrem hohe Lichttransmission von etwa 90% ermöglicht auch einen Einsatz in der tiefen Dämmerung bzw. in der mondhellen Nacht. Auch die Präzision liess während unseres Tests nichts zu wünschen übrig. Das getestete Zeiss Duralyt (Fr. 1440.–) erwies sich als zuverlässiges Allround-Zielfernrohr. Was die optische Leistung (Sehfeld, Randschärfe, usw.) anbelangt, muss man gegenüber den wesentlich teureren Topmodellen jedoch einige kleine Abstriche in Kauf nehmen.
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