Drucken|Newsletter|Abobestellung|Impressum|Werbung

Jagd & Umwelt - Kimme und Korn

Die Guten und die Bösen

18.12.09 | Sie machte Schlagzeilen, jene ParabellumPistole mit einem Sammlerwert von 280 000 Franken, die jahrzehntelang als Erbstück in  einem Haushalt herumgelegen war und schliesslich bei einer der derzeit überall veranstalteten Waffen-Rückgabe-Aktionen zum Verschreddern abgegeben wurde. Die Waffe wurde zum Glück für ihren Besitzer «gerettet». Ich möchte aber nicht wissen, wie viele wertvolle, alte Waffen der gegenwärtigen Vernichtungswut schon zum Opfer gefallen sind. Wenn nun aber einzelne Zeitungen darüber schreiben und Waffen als ein «altes Kulturgut» bezeichnen, zu dem man eigentlich Sorge tragen müsste, dann sind die Reaktionen schon bemerkenswert. Einsamer Höhepunkt ist dabei jener Leserbriefschreiber, der fand, man würde einen Journalisten, der  im Zusammenhang mit Waffen den Begriff «Kulturgut» benutze, am besten grad zusammen mit den  Tausenden von überflüssigen Gewehren «entsorgen».


Obwohl ich nicht Psychiater bin, interessieren mich Charakterkonstellationen, die es einem Menschen erlauben, sich im gleichen Satz über den Begriff «Kulturgut» für alte Waffen aufzuregen und im Zusammenhang mit Menschen den Begriff «entsorgen» zu verwenden. Da muss meiner bescheidenen Meinung nach in der Prägung des Charakters  irgendetwas gründlich schief gegangen sein.


Genauso wie bei vielen Leuten, die in Internet-Foren auf den tragischen Vorfall im Berner Bärenpark reagierten. Die Mehrzahl der Schreibenden verurteilte den Polizisten, der auf den Bären geschossen hat, aufs Schärfste. «Es war ja ‹nur› ein Behinderter, und der ist ja schliesslich ‹freiwillig› in das Gehege eingedrungen. Dafür darf man doch nicht auf ein Tier schiessen», war der Tenor und man schrieb von «Unfähigkeit der Polizei im Umgang mit schwierigen Situationen». Als ob dem Polizisten angesichts der Tatsache, dass der Bär den Bedauernswerten schon «am Chrips» hatte, noch unendliche Zeit zum Überlegen geblieben wäre.  Da sind zum Teil Werteverschiebungen im Gang, die Angst machen können. Vor allem wenn man bedenkt, dass jene, die den Begriff «Kulturgut» für alte Waffen verabscheuen, gleichzeitig aber Menschen «entsorgen» wollen oder jene, die finden, man dürfe nicht auf einen Bären schiessen, der grad einen Menschen im Fang hat, sich selbst wohl vorbehaltlos unter den «Guten» einreihen würden.


Da bin ich als Jäger ja grad wieder gerne bei den «Bösen»!


Autor: Fredy Kradolfer




Es wurden noch keine Kommentare abgegeben.
 

KOMMENTAR SCHREIBEN


Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen.


Name  
E-Mail  
Verbleibende Zeichen:

News für Jäger

  29.07.2010: Biber gestalten Lebensräume und tragen damit zur Förderung der Biodiversität bei

  28.07.2010: Bündner Jungjägerfeier in Thusis

  28.07.2010: Brevetierungsfeier der Aargauer Jungjägerinnen und Jungjäger

  26.07.2010: Neuer Vorstand nimmt die Arbeit auf

  26.07.2010: Als Jäger, Sportschütze und Waffensammler

  07.07.2010: Klage gegen Zürcher Zaunbesitzer

 

JAGD&NATUR

Ausgabe 08/2010

 

 

  Inhalt

 

  Abo bestellen

 

  Heft kaufen

 

  Werbung

 

  Archiv

 

 

 
 

Umfrage

Beteiligen Sie sich aktiv an der Rehkitzrettng

Ja - mindestens 20 Stunden
Ja - ein oder zweimal pro Saison
Nur wenn es sein muss
Nein - das machen die Jungjäger


 
 
 WERBUNG
© Jagd & Natur 2008 Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung
 
 
JAGD&NATUR |ASER-FEUER |SERVICE |BEHÖRDEN & VERBÄNDE |HEGERING |Weitersagen |Kormoran |NEWS |JAGD & UMWELT |BIOLOGIE UND JAGDTECHNIK |KULTUR & KOMFORT |FISCH UND FANG |RSS |Aktuelle Ausgabe |SUCHE |Newsletter |Impressum |Werbung |JÄGERFORUM |BLOG |LESERBRIEFE |QUIZ |UMFRAGE |KLEINMARKT |AGENDA |WETTER |FACHHANDEL |HUNDE |TV TIPP |LINKS FÜR JÄGER |ARCHIV |Abobestellung |Heft kaufen |Minibanner |Hotels |NACHRICHTEN |JAGD SCHWEIZ |REVIERJAGD |PATENTJAGD |BUND & KANTONE
ANZEIGE