28.04.08 | Diese Hypothese hatten die Forscher der Kantone Bern und Wallis bereits nach einer ersten Untersuchung im Jahr 2006 aufgestellt. Dank den neuen Messreihen aus dem letzten Jahr, erweise sie sich nun tatsächlich als "wahrscheinlichste Ursache" des Fischsterbens, teilte die Walliser Staatskanzlei am Montag mit.
Die Fachleute gehen heute von folgendem Ablauf der Ereignisse im Herbst 2006 aus: Im Sommer und Herbst entwickelten sich in dem kleinen Walliser Stausee auf 2160 Meter über Meer viele Algen. Dem natürlichen Zyklus folgend, starben die Algen wieder.
Besondere Wetterverhältnisse
Abgebaut wird diese Biomasse durch Sauerstoff zehrende Organismen. Über dem Seegrund ging der Sauerstoffgehalt deshalb rapide zurück und muss gegen Null tendiert haben.
Ein starker Temperatursturz nach einer langen Wärmeperiode habe dann dafür gesorgt, dass das Seewasser innert kurzer Zeit vollständig umgewälzt wurde. Kurzfristig habe es deshalb im gesamten Seewasser zuwenig Sauerstoff gegeben. Folge: Die Fische, vor allem kanadische Seesaiblinge und Regenbogenforellen, verendeten.
Aus wissenschaftlicher Sicht bleibt die Erklärung eine Hypothese. Dies deshalb, weil es zur Wasserqualität und zum sonstigen Zustand des Sees vor dem Fischsterben keine Daten gab. Die Forscher konnten deshalb ihre im Herbst 2006 und im letzten Jahr erhobenen Daten nicht mit früheren Werten vergleichen.
See erholt sich
Dennoch glauben die Experten, dass andere Hypothesen mit grosser Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden können. Eine Verschmutzung des Seewassers durch eingetragene oder absichtlich eingebrachte Substanzen konnte nie nachgewiesen werden.
Ebenso sollen nicht Blaualgen zum Fischsterben geführt haben. Die Daten aus den zwei Messjahren hätten keine Hinweise darauf geliefert, hiess es. Blaualgen bilden Gifte, die zum Tod der Fische geführt haben könnten.
Die Toxin-Hypothese bedarf jedoch aus Forschersicht der Vertiefung. Nicht auszuschliessen sei nämlich, dass eine andere im See vorhandenen Algenart Toxine bilden könnten.
So oder so, im See hat ein Erholungsprozess eingesetzt. Im letzten Jahr konnten wieder vereinzelt Fische festgestellt werden. Auch wurden erneut Schwärme von Elritzen gesichtet. Eine Wiederholung des Fischsterbens sei aber nicht auszuschliessen.
Quelle: sda
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