03.12.08 | Ziel dieser Vernetzung ist, dass Fischer ihre Kormoran-Beobachtungen per SMS an eine Zentrale melden. Jäger mit Patent E (Wasservögel) können sich mit einem kostenlosen Benutzerkonto auf den Online-Portalen der beiden Zeitschriften „Petri Heil“ und „Jagd&Natur“ über aktuelle Vorkommnisse ins Bild setzen. So können sie gezielt die Jagd auf den problematischen und relativ schwer zu bejagenden Schadvogel in Angriff nehmen.
Ein grosser Vorteil ist dabei das weitsichtige Berner Jagdgesetz. Es erlaubt nämlich die Bejagung der Kormorane bis Ende Januar, also genau in jener Zeit, in der diese Vögel die grösste Gefahr für die im kalten Wasser trägen und ungeschützten Fische darstellen.
Es ist heute unbestritten, dass Wildlife Management nötig wird, sobald Schutzmassnahmen eine Art so sehr begünstigen, dass sie wiederum andere Arten gefährdet. Die grossen Jagdgruppen von Kormoranen sind in der Schweiz ein unkalkulierbares Risiko für gefährdete Arten wie Äsche, Nase und diverse selten gewordene Kleinfischarten. Sie können lokale Bestände innert Tagen an den Rand der Ausrottung bringen.
Die bis zu 90 Zentimeter grossen Kormorane sind spezialisiert auf die Jagd unter Wasser und verzehren täglich rund ein halbes Kilogramm Fische. Sie sind seit bald 30 Jahren häufige Wintergäste in der Schweiz.
Mittlerweile übersommern aber auch tausende Kormorane an fast allen grösseren Schweizer Seen und die neusten Erhebungen der Schweizer Vogelwarte in Sempach belegen, dass bereits über 200 Kormoran-Paare bei uns brüten, ein grosser Teil davon am Neuenburgersee.
Verständlich, dass diese Entwicklung insbesondere den Fischern Sorgen bereitet: Fisch fressende Vögel wie Graureiher, Gänsesäger und Kormoran gelten als eine der Hauptursachen für den Besorgnis erregenden Rückgang der Fischbestände in Schweizer Fliessgewässern.
Das interaktive Kormoran-Projekt startet im Dezember auf den Internet-Portalen der beiden Zeitschriften. Die Leitung der Aktion übernimmt die Onlineredaktion, welche von der ZiC internet & communication AG in Zollbrück betreut wird. Interessierte Jägerinnen und Jäger können übers Web einen kostenlosen, individuellen Zugang zu den Daten beantragen. Möglichst viele Fischer werden hoffentlich ihre Beobachtungen mit Datum, Zeit und Ortsangabe per SMS an die Nummer 077 459 42 22 melden.
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