25.01.10 | «Der Strömer ist unbekannt, unterschätzt und bedroht», schreibt der Schweizerische Fischerei-Verband in einer Medienmitteilung. Tatsächlich: Im öffentlichen Bewusstsein spielt der Strömer keine Rolle, selbst Fischer kennen ihn kaum und in der Gastronomie war er noch nie ein Thema. Der schlechte Bekanntheitsgrad und die fehlende Anerkennung sind Gründe für den drastischen Rückgang des Strömers in den letzten Jahren. Wichtigste Bedrohungsursache ist aber die Zerstörung seines Lebensraums durch Gewässerverbau, Stauhaltungen und fehlenden Geschiebetrieb, da der Strömer ein typischer Kieslaicher ist. Auch Gewässerverschmutzung und fehlende fischereiliche Bewirtschaftung spielen eine Rolle. Heute kommen grosse Strömerbestände in der Schweiz nachweislich nur noch in der Birs, in der Thur und im Tessin vor. Ein dramatischer Rückgang des Strömers musste in fast allen Gewässern der Alpennordseite festgestellt werden. Wegen dem Bestandesrückgang und der lückenhaften Verbreitung wird er in der Roten Liste der gefährdeten Tierarten als «verletzlich» aufgeführt. Das gilt auch für die im Tessin heimische südliche Unterart, den Strigone. Der Strömer ist klein, schlank und in der Regel rund 18 Zentimeter lang. Auffallend an der karpfenartigen Fischart sind die gelblich eingefassten Seitenlinie und die gelb-orangen Flossenansätze. Sein Lebensraum sind kühle, aber nicht zu kalte, rasch strömende Bäche und Flüsse. Der Strömer bevorzugt ruhigere Abschnitte. Der Fisch ernährt sich von Kleintieren und zum Teil von Pflanzen. Die Lebenserwartung liegt bei 13 Jahren, Laichzeit ist zwischen März und Mai. Der Schweizerische Fischerei-Verband (SFV) leistet mit dem Strömer als «Fisch des Jahres 2010» einen Beitrag an das Internationale Jahr der Biodiversität. Leider lassen sich - so der Schweizerische Fischerei-Verband - gerade an dieser Fischart modellhaft die Ursachen für Rückgang und Bedrohung der Fischfauna aufzeigen. Im Unterschied zu seinem schlechten Bekanntheitsgrad ist der Strömer eine ausgezeichnete Zeigerart für naturnahe Gewässer. Flüsse mit guten Strömerbeständen bieten auch für viele weitere Gewässerlebewesen geeigneten Lebensraum.
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