15.02.10 | Heute sind wir bereits so weit, dass wie beim Unfall im Bärengraben die volle Sympathie dem Bären geschenkt wird und dass die Probleme fischfressender Vögel sowie die willkürliche Luchsaussetzung in vielfach allzu dicht besiedelte Gebiete über alle menschlichen Belange und Bedenken gestellt werden.
Und nun will man wieder ein neues Verbot heraufbeschwören. Es ist natürlich ein leichtes Unterfangen, bei der nicht jagdkundigen Mehrheit des Volkes die Baujagd als sinnlos oder sogar als grausam darzustellen, vor allem, wenn man noch nie eine derartige Jagdart erleben durfte.
Mit über 60 Jahren Jagderfahrung habe ich gar vieles erfahren dürfen, und ich möchte diese Erlebnisse mit wirklich intelligenten Bauhunden nicht missen, welche das Handwerk verstanden haben.
Gar oft habe ich erlebt, dass Füchse in Minutenschnelle nach dem Einschliefen des Hundes gesprungen sind, wobei weder Fuchs noch Hund von irgendwelchen Kampfspuren gezeichnet worden sind.
Eingespielten Einheiten zwischen Jäger und einem wirklich cleveren Bauhund sollte man meiner Meinung nach diese jagdlichen Freuden gönnen und nicht mit generellen Verboten wieder so viel Unmut in die grüne Gilde tragen. Ein Jäger, welcher mit seinem Hund der Baujagd obliegen will, hört nämlich von selbst damit auf, wenn er merken muss, dass sein Hund kaum dazu fähig ist und die spezifische Bauhund-Qualität - eine gute Mischung aus Härte und Intelligenz - zu besitzen.
Viele Jahre haben wir in unserem von vielen Schluchten durchfurchten Revier mit dem einmaligen Mischling (Terrier/ Niederlaufhund) unseres Wildhüters mit grossem Erfolg auf Füchse gejagt. Seine Hündin war so intelligent, dass sie nach dem Einschliefen nur ein paarmal angegeben hat und sofort wieder aus dem Bau gekommen ist, wenn Dachse drin waren. Dann hat sie sich vor ihren Meister hingesetzt und ihm eindeutig zu verstehen gegeben, dass hier kein Fuchs drin sei.
Anderseits hat sie aber nicht locker gelassen, bis sie den letzten Freibeuter zum Springen gebracht hat. Einmal hat die einmalige Hündin in einer knappen Stunde fünf Prachtsfüchse gesprengt, welche mir hintereinander zur schnellen Beute geworden sind.
Gewiss, von all den ungezählten Erlebnissen sind die am Bau erlegten Füchse nur ein kleiner Teil meiner reichen Ausbeute gewesen, aber ein totales Verbot dieser, von gekonnten Jäger- Hund-Einheiten ausgeübten Jagd, würde wieder viel alt hergebrachtes Brauchtum zunichte machen!
Seit über sechs Jahren besitze ich nun ein äusserst intelligentes Border-TerrierMädchen, dem ich schon von Anbeginn mit viel Liebe den Zugang zu Bauten vermiest habe. Wenn es aber darum geht, den Fuchs zu jagen, dann zeigt es mir mit jauchzendem Aufheulen an, wen sie mir da gerne zujagen möchte.
Übrigens geht es mir so wie vielen meiner Weidgesellen:
Wer möchte schon seinen Hund durch einen grässlichen Kampf mit einem kapitalen Dachs und obendrein noch den häuslichen Frieden verlieren?
Fazit: Ein Verbot der Baujagd ist meines Erachtens sinnlos, weil diese Art der Fuchsdezimierung ohnehin an Bedeutung verlieren wird. Denn mit Sicherheit werden in absehbarer Zukunft aus den oben erwähnten Gründen nur wirklich fähige Teams noch der Baujagd obliegen Ihnen sollte man die Freude lassen.
Autor: Paul Bruno Zehnder
1 KOMMENTARE
Toll, bei soviel analytische Schärfe in der Schlussfolgerung - da wird Paul zum Ehrenmitglied des Tierschutzverbandes gekürt. Im Fussball würde man von einer herrlichen Steilvorlage sprechen. Der Tierschutz ist doch aus prinzipiellen Gründen gegen die Bodenjagd - da werden spezialisierte Teams doch nichts an der Grundhaltung ändern. Wenn dies überhaupt zutreffen sollte, die Sache mit den Spezial-Teams...
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