18.12.09 | Vögel gehören definitiv nicht zu den Tieren, die auch bei Dunkelheit perfekt sehen, sondern brauchen zwischen fünf- und zwanzigmal mehr Licht als Menschen, um Farben zu erkennen, berichten Forscher der Lund University in der Zeitschrift «Journal of Experimental Biology». Die Entdeckung stellt infrage, ob Vögel die Farbe ihrer Eier im dunklen Innenraum von Nistkästen unterscheiden können.
Tieraugen unterscheiden sich deutlich, was ihre Funktion bei Nacht betrifft. Nachtaktive Säuger haben zu dieser Tageszeit aufgrund der Stäbchenstruktur ihrer Augen vor allem das Schwarz-Weiss-Sehen ausgeprägt. Bestimmte andere Wirbeltiere wie etwa Geckos können hingegen Farben perfekt unterscheiden. Tagsüber übertreffen Vögel das menschliche Auge bei Weitem, da sie neben einem feinen Farbspektrum auch ultraviolettes Licht wahrnehmen. Welche Lichtmenge dafür notwendig ist, war bisher unklar, weshalb bis dato alle Versuche bei hellem Sonnenlicht stattfanden. Nun zeigte sich, dass Dunkelheit ein Problem darstellt. Vögel büssen ihr Farbsehen in der Dämmerung ein.
Die Lichtintensität, ab der Vögel keine Farben mehr sehen, entspricht derjenigen kurz nach Sonnenuntergang, ermittelten die Forscher durch Verhaltensexperimente. Trotz ihrer brillanten Wahrnehmung tagsüber lieferten die getesteten Sittiche in der Dämmerung schlechtere Ergebnisse als alle anderen Versuchstiere. Spannend ist dabei die Tatsache, dass im Inneren eines Vogelnests selbst bei Sonnenlicht Dämmerzustand herrscht. Bisherige Forschungen, die untersuchen, wie Vögel ihre Eier oder Jungen unterscheiden, müssen unter diesem Gesichtspunkt überprüft werden.
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