<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?>
<rss version="2.0" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/">
	<channel>
		
		<title>Jagd &amp; Natur RSS Feed</title>
		<link>http://www.jagdportal.ch/</link>
		<description>rss feed</description>
		<language>de</language>
		<image>
			<title>Jagd &amp; Natur RSS Feed</title>
			<url>http://www.jagdportal.ch/fileadmin/templates/mein_rss.gif</url>
			<link>http://www.jagdportal.ch/</link>
			<width></width>
			<height></height>
			<description>rss feed</description>
		</image>
		<generator>TYPO3 - get.content.right</generator>
		<docs>http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss</docs>
		
		
		
		<lastBuildDate>Tue, 21 May 2013 07:57:00 +0200</lastBuildDate>
		
		
		<item>
			<title>BAFU lehnt Antrag des Kantons Wallis zur Regulation von Bibern ab</title>
			<link>http://www.jagdportal.ch/index.php?id=44&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=102178&#38;cHash=b8a34f6c2b</link>
			<description>Bern, 17.05.2013 - Das BAFU lehnt den Antrag des Kantons Wallis zur Regulation des Biberbestands im...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="news_single_date">21.05.13 |</span> Der aktuelle Biberbestand im Kanton Wallis wird auf 80 bis 100 Tiere geschätzt. Nach eidgenössischem Jagdrecht ist der Biber eine geschützte Wildtierart. Die Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere des Kantons Wallis will den im Canal du Syndicat zwischen Charrat und Saxon ansässigen Biberbestand regulieren, weil die Grabaktivitäten der Biber die Uferböschung der Bahnlinie in diesem Streckenabschnitt schwächen und destabilisieren und somit die Bahninfrastruktur gefährden könnten. Der Kanton Wallis hat deshalb beim BAFU den Abschuss von jährlich ein bis zwei Bibern in diesem Kanalabschnitt beantragt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Das BAFU hat am 15. Mai 2013 den Antrag zur Regulation des Biberbestandes im Canal du Syndicat abgelehnt. Bei einer Ortsbegehung mit Vertretern des BAFU, des Kantons Wallis und der SBB am 12. April 2013 wurde keine Destabilisierung des Bahntrasses oder der Fahrleitungsmasten festgestellt Die SBB schliessen deshalb derzeit eine Gefährdung der Bahninfrastruktur aus.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Präventionsmassnahmen umsetzen</strong><br />Als Präventionsmassnahme erachtet das BAFU in Absprache mit der SBB insbesondere die Bioarmierung der Uferböschung als wirksam, d.h. die Förderung einer naturnahen Bepflanzung der bahnseitigen Uferböschung. Durch diese Massnahme kann das Ufer stabilisiert und die Gefahr einer Unterspülung der Bahninfrastruktur verringert werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Verhütung zukünftiger Gefährdungssituationen</strong><br />Die SBB wird in Zusammenarbeit mit der schweizerischen Biberfachstelle und dem BAFU ein wissenschaftlich begleitetes Biber-Präventionsprogramm für das gesamte Streckennetz der SBB erstellen. Damit können allfällige Konfliktzonen von Bibern und Infrastrukturen der SBB erkannt und frühzeitig Massnahmen zur Verhütung von Gefährdungssituationen ergriffen werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Quelle: Bundesamt für Umwelt BAFU</em></p>]]></content:encoded>
			<category>News</category>
			
			
			<pubDate>Tue, 21 May 2013 07:57:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Naturfreund!</title>
			<link>http://www.jagdportal.ch/index.php?id=44&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=102177&#38;cHash=bc36df79b7</link>
			<description>Liebe Leserin, lieber Leser
Innerhalb weniger Jahre hat das Naturbild der jungen Generation...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="news_single_date">25.04.13 |</span> Liebe Leserin, lieber Leser</p>
<p><br />Innerhalb weniger Jahre hat das Naturbild der jungen Generation gravierende Veränderungen erfahren: Für viele geht die Sonne inzwischen im Norden auf, Hühner legen drei Eier am Tag, Kühe haben elf Zitzen, aus dem Hirsch ist ein Reh und aus dem Kitz ein Kid geworden. Dies resultiert aus einer Befragung von 3000 jungen Menschen aus Deutschland im Alter von 11 bis 15 Jahren. Normen wie «keine Pflanzen ausreissen» und «keinen Müll in den Wald werfen» werden von den Jugendlichen als nachhaltig empfunden. Das «Fällen von Bäumen» und das «Jagen von Rehen und Wildschweinen» erachten die Befragten hingegen als schädlich für die Natur. Würde dieselbe Umfrage in unserem Land durchgeführt, ich bin mir sicher, sie käme zu einem ähnlichen Ergebnis ...</p>
<p><br />Vieles erscheint heute widersprüchlich und verwirrend. Kinder und Erwachsene entfremden sich einerseits immer mehr von der Natur und den Wildtieren. Andererseits treibt es sie tagtäglich hinaus in den Wald und in die Berge, wo sie ihren Leidenschaften, Sportarten und anderen Hobbys im 24-Stunden-Betrieb frönen. Die Zeiten, in denen Wälder Ruheinseln waren, sind längst vorbei. Vor allem in der Nacht und in der Dämmerung haben die Freizeitaktivitäten stark zugenommen. Autorin Helene Arnet berichtet in ihrem Beitrag «Der Wald kommt nicht zur Ruhe» eindrücklich über die aktuellen Probleme in der «Grünen Freizeitarena» (S. 12 JAGD &amp; NATUR 05/2013).</p>
<p><br />Etwa drei Viertel unserer Bevölkerung – so zeigen es repräsentative Umfragen – sind für die Rückkehr von Wolf, Bär und Luchs. Auch über die Ausbreitung des Bibers zeigen sich viele Naturfreunde erfreut. Bloss, den nötigen Lebensraum und die erforderliche Ruhe in diesen Biotopen will den Wildtieren kaum jemand zugestehen. Der Braunbär wird es allein deshalb schwer haben in der Schweiz. Ueli Strauss-Gallmann, Jäger, Forstingenieur und Kantonsplaner, berichtet dazu in seinem Artikel «Hat der Bär Platz in der Schweiz?» (S. 16 JAGD &amp; NATUR 05/2013).</p>
<p><br />Diese Beispiele spiegeln deutlich die Widersprüchlichkeit des menschlichen Handelns und die Doppelmoral unserer Gesellschaft. Frei nach dem Motto: zurück zur Natur und mit Vollgas rein ins «natürliche» Freizeitvergnügen ...</p>
<p><br />Mit Weidmannsheil</p>
<p><br />Ihr Markus P. Stähli</p>
<p><br />Chefredaktor </p>]]></content:encoded>
			<category>Jagd &amp; Umwelt</category>
			
			
			<pubDate>Thu, 25 Apr 2013 09:08:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Knalltrauma ausgeschlossen</title>
			<link>http://www.jagdportal.ch/index.php?id=44&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=102176&#38;cHash=c4f2c02ac5</link>
			<description>Ein Gehörschutz, mit dem der Jäger hören kann, als würde er keinen tragen: Dieser Wunsch lässt sich...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="news_single_date">24.04.13 |</span> Jäger brauchen gute Ohren – das wird niemand bestreiten. Anwechselndes Wild ist sonst schnell verpasst. Und ist das Gehör erst richtig geschädigt, nimmt man nicht einmal das Abblasen des Triebes wahr. Trotzdem, das Thema Gehörschutz wird in der Jägerschaft kontrovers diskutiert. Wer das auf reine Sturheit reduziert, macht es sich zu einfach. Das Dilemma ist, dass viele angebotene Produkte zwar gut schützen, das Naturerlebnis aber schmälern. Kein Gehörschutz ist so perfekt, dass er vom Träger nicht wahrgenommen wird. Die Musik der Natur – das Vogelgezwitscher, ein Brunft- oder ein Warnruf – wirkt verfälscht, digitalisiert, stumpf. Es ist meist kein Vergnügen, einen Gehörschutz über mehrere Stunden zu tragen</p>
<p><br />Ohne Gehörschutz zu schiessen, schädigt das Gehör jedoch unwiderruflich – auch im Freien und bei nur einem einzelnen Schuss. Das bestätigen Mediziner und Hörgeräteakustiker. Es gilt also, einen möglichst wirksamen und komfortablen Gehörschutz zu finden, mit dem sich gut hören lässt. Immer wieder testet «Jagd &amp; Natur» deshalb entsprechende Produkte. Im neusten Test standen Produkte der Schweizer Firma 2Pluxx auf dem Prüfstand.</p>
<p><br /><strong>Angenehm zu tragen</strong><br />Der getestete ProFlex Hunter ist ein digitaler Gehörschutz, der auf Hörgerätetechnologie basiert. Es handelt sich um zwei individuell an die Ohranatomie angepasste Schalen mit integrierter Elektronik – also um einen aktiven Gehörschutz. Die Ohrstöpsel des ProFlex Hunter – die Otoplastiken – sind aus weichem Silikon gefertigt, nach einem genauen Abguss des jeweiligen Ohrs und Gehörgangs. Das Silikon ist gegenüber Hitze und Chemikalien beständig. Die Kunden können aus zehn Farben auswählen. Diese lassen sich auch mischen, sodass eine Marmorierung entsteht.</p>
<p><br />Der Test zeigte, dass das weiche Silikon einen hohen Tragkomfort aufweist: Es passt sich den Bewegungen des Gehörganges an. Auch bei mehrstündigem Tragen auf Gemeinschaftsjagden und auf dem Ansitz entstand kein unangenehmes Gefühl – man gewöhnt sich schnell an den Fremdkörper im Ohr. Da der Gehörschutz nur den ersten Teil des Gehörgangs sowie den inneren Teil der Ohrmuschel ausfüllt, schwitzt man mit ihm nicht. Bei einem Kapselgehörschutz kann das an wärmeren Tagen durchaus zum Problem werden.</p>
<p><br /><strong>Lautsprecher im Ohr</strong><br />Herzstück des ProFlex-Hunter-Gehörschutzes sind zwei CENS (Custom Electronic Noise Suppressors) – einen für jede Ohrschale. Diese elektronischen Bauteile sind aufgebaut wie Hörgeräte. Die CENS nehmen also Geräusche auf, digitalisieren sie und leiten sie über einen Mikro-Lautsprecher ins Ohr weiter. Der Clou dabei: Die CENS können Geräusche im unteren Schallpegelbereich verstärken, schädigende Geräusche werden hingegen abgeschwächt. Sollte ein CENS ausfallen, bleibt das Ohr weiterhin geschützt. Der Gehörschutz dämpft dann wie ein herkömmlicher Ohrstöpsel.</p>
<p><br />Aktive Gehörschutz-Systeme wie der ProFlex Hunter sind nicht neu, ähnliche Produkte gibt es schon einige Jahre auf dem Markt. Im Test vereinte der Pro- Flex Hunter drei Stärken: gute Klangwiedergabe, authentisches räumliches Hören sowie hohen Tragkomfort.</p>
<p><br /><strong>Richtung gut einschätzbar</strong><br />Das Wild nicht nur frühzeitig hören, sondern auch einschätzen, woher es wie schnell kommt. Das entscheidet oft über jagdlichen Erfolg und Misserfolg. Mit dem ProFlex Hunter gelingt das gut. Allerdings müssen sich Trägerinnen und Träger auch an diesen Gehörschutz gewöhnen und damit hören lernen. Nach einigen Bewegungsjagden im Herbst war das kein Problem mehr: Das Wild kam immer aus der wahrgenommenen Richtung und war so schnell wie vermutet unterwegs.</p>
<p><br />Die Umgebungsgeräusche zu verstärken, brachte eher Nachteile. Man hört das Wild zwar früher, es lässt sich aber nur erahnen, wie weit entfernt es ist. Das macht den Jäger bloss nervös! Für Personen, die schon ein geschädigtes Gehör haben, kann die Verstärkung allerdings ein Vorteil sein.</p>
<p><br /><strong>Geräusche richtig gedeutet</strong><br />Im Gespräch mit verschiedenen Personen zeigt sich: Die Ansprüche an die Tonqualität sind unterschiedlich. Liebhaber klassischer Musik werden mit einem elektronischen Gehörschutz nicht auf ihre Kosten kommen, sollten sie damit ein Konzert besuchen. Auf die Jagd bezogen bietet der ProFlex Hunter jedoch eine gute Tonwiedergabe, der Gehörschutz schränkt kaum ein. Die Tonqualität lässt sich durch zwei Programme optimieren. Das erste ist speziell für die Jagd und auf die Umgebungswahrnehmung ausgerichtet, das zweite Programm unterdrückt zusätzlich Nebengeräusche wie Wind, Fliessgewässer oder Autobahnen. Jedes ProFlex-Hunter-Modell wird mit einem Paar «Windshields» geliefert, die über den Ohren getragen werden. Sie reduzieren Nebengeräusche zusätzlich und halten die Ohren warm.</p>
<p><br /><strong>Kleiner Schalter</strong><br />Die miniaturisierte Technik ermöglicht hohen Tragkomfort, dafür ist die Bedienung knifflig. Der On/Off- Schalter – mit dem auch die Lautstärke reguliert wird – ist lediglich vier Millimeter breit. Er ist zwar griffig, mit klammen Fingern ist es jedoch nicht einfach, die Lautstärke einzustellen. Hier macht Übung den Meister.</p>
<p><br />Die Energieversorgung übernehmen zwei Hörgerätebatterien vom Typ 312, sie kosten im Handel etwa Fr. 1.50 pro Stück; ihre Betriebsdauer beträgt rund 220 Stunden. Die Batterien halten länger, wenn sie nach der Jagd mittels mitgeliefertem Magnetstift dem Gehörschutz entnommen werden. Pro Monat braucht man so einen bis zwei Batteriesätze.</p>
<p><br />Der ProFlex Hunter ist mit einem Verkaufspreis von 1200 Franken sicher kein Schnäppchen. Dafür bietet er nebst hohem Tragkomfort eine vergleichsweise sehr gute Tonqualität und ist somit voll jagdtauglich. Und viel wichtiger: Ein Gehörschaden ist damit ausgeschlossen.</p>
<p><br />Text und Fotos: Raphael Hegglin </p>
<p>&nbsp;</p>]]></content:encoded>
			<category>Biologie und Jagdtechnik</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 24 Apr 2013 16:36:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Futter, Spiel und Gehorsam</title>
			<link>http://www.jagdportal.ch/index.php?id=44&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=102175&#38;cHash=68c5ab309c</link>
			<description>Dem Hund soll durch die Qualität der Bindung zum Führer und die gemachten Erfahrungen die...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="news_single_date">24.04.13 |</span> In diesem Beitrag möchte ich etwas vertiefter auf die sogenannten Fress- und Spielrituale bei Hunden eingehen. Ich erläutere, wie Gehorsam entsteht und warum Rituale es für den Hund besser verständlich machen.</p>
<p><br />Die Ansprüche an einen Hund und an seine Leistungen sind sehr unterschiedlich. Alle erwarten etwas anderes von ihrem vierbeinigen Freund. Die einen wollen den Hund bis zur höchsten Prüfung mit vollen Punktzahlen bringen, andere mit ihm Kunststücke machen, wieder andere wollen ihn «nur» für die Jagd einsetzen oder einfach als Kumpel oder Familienmitglied halten. Nicht alle Hundehalter haben dieselben Ziele für ihren Hund. Dies ist auch gut so. Das Wichtigste ist nicht, was ein Hund alles kann, sondern wie es ihm bei seinem Besitzer ergeht.</p>
<p><br />Ob nun einem Hund letztendlich viel oder wenig beigebracht wird, ob er eine Vollgebrauchsprüfung mit Bringselverweiser schafft, ob er ohne grosses Zutun ins Auto steigt oder sich ordentlich anleinen lässt, spielt eigentlich keine Rolle. Es ist nämlich ein und dasselbe: Ausbildung! Der Hund muss das Verlangte machen, also ist ein Weg zu suchen, damit der Hund das Gewünschte auch macht.</p>
<p><br />Bei der Hundeausbildung ist es ähnlich wie beim Kochen. Es gibt unglaublich viele Kochbücher, in welchen Spitzenköche behaupten, dass wenn man alles ganz genau gemäss ihrer Beschreibung mache und sich an das Rezept halte, ein Erfolg schier unumgänglich sei. Trotzdem ist jeder Herd, jede Flamme, jede Pfanne ein wenig anders, das Fleisch vielleicht etwas zäher und die Kartoffelsorte, welche man gerade zu Hause hat, für dieses Gericht nicht geeignet. Man hat vielleicht etwas falsch gelesen oder interpretiert, etwas noch nicht vorbereitet, was aber unbedingt noch mit in die Pfanne muss, dabei bleibt aber etwas anderes zu lange auf dem Feuer ...</p>
<p><br />Die erfahrene Köchin oder der erfahrene Koch erkennt dies, bevor etwas schief läuft und kann das Mahl noch retten. Die Unerfahrenen hingegen bemerken es erst, wenn es schon zu spät ist, oder vielleicht sogar erst beim Essen. Wie peinlich und bitter, dies von den Gästen zu erfahren.</p>
<p><br />Deshalb ist es immens wichtig, bei der Hundeausbildung nur das Nützlichste und Beste zu wählen und alles andere zu verwerfen. Die Übungen sind also so anzulegen, dass sie für den Hund erfolgreich umsetzbar und für den Führer ausführbar sind.</p>
<p><br /><strong>Einflüsse und Rituale</strong><br />Es spielen sehr viele Faktoren mit, wie sich ein Hund im Erwachsenenalter zeigt, wie sich sein Verhalten gegenüber Artgenossen und Menschen äussert, wie er im Leben steht, wie er mit Umwelteinflüssen und seinem Umfeld umgeht oder wie er sich bei der Bewältigung von Aufgaben im Alltag und spezifisch, z. B. bei jagdlichen Handlungen, gibt.</p>
<p><br />Schon während der Trächtigkeit hat die Mutterhündin Einfluss auf die Entwicklung ihrer Föten bzw. Welpen. Grosser Stress oder intensive Angst der Hündin wirken sich entsprechend auf die Entwicklung der Welpen aus. Auch nach der Geburt vermittelt die Mutterhündin den Welpen positives, aber leider auch negatives Verhalten. Selbstverständlich werden die Welpen nicht nur durch die Mutterhündin beeinflusst, sondern auch durch ihre Erbanlagen und durch alles Erlebte und Empfundene.</p>
<p><br />Der Züchter stärkt, durch seine Einflussnahme, die Beziehung zwischen Mensch und Hund. Durch Spaziergänge, Spiele und erste Kontakte mit Wild oder Wildwitterung kann er grossen Einfluss auf die weitere Entwicklung der Welpen nehmen. Einen Punkt hat der Züchter aber besonders in der Hand: das Füttern und damit die Futtergier. Die grosse Kunst ist dabei, die Welpen mit einem vollwertigen, speziell für sie hergestellten Futter, in der richtig dosierten Menge mehrmals täglich so zu füttern, dass alle genügend bekommen und sie bei der nächsten Mahlzeit aber bereits wieder Hunger haben. Wenn die Welpen nicht alles wegfressen oder die Schüssel sogar vor dem Leermachen verlassen, muss diese sofort weggestellt werden. Die nächsten Rationen sind kleiner zu portionieren.</p>
<p><br />Bei der Fütterung können die ersten, ja so wichtigen Fressrituale eingeführt werden. Hunde lieben Rituale. Dies kann gut bei Hunden beobachtet werden, welche gelernt haben, dass ab und zu etwas, sei dies nun gewollt oder ungewollt, vom gedeckten Tisch fällt. Es braucht nicht jedes Mal etwas zu geben. Allein schon der «Gedanke daran» genügt dem Hund, um in einer gespannten Erwartungshaltung auf das zu warten, was da kommen mag. Rituale wirken nur, wenn sie immer gleich ablaufen und sie etwas ganz Grosses wie etwa Futter vorhersagen. Die Abläufe eines Rituals sind nicht etwa vom Menschen erfunden. Die Hunde zeigen sie selbst – beispielsweise, wenn die Mutterhündin den Welpen Futter bringt; die Welpen vollführen dann die interessantesten Bewegungen und Gesten, um sich das Futter zu erwerben. Wir Menschen haben uns dies zunutze gemacht und gemerkt, dass wir so vom Hund die unmöglichsten Dinge fordern können, nur weil er weiss, dass das richtige Verhalten mit Futter belohnt wird.</p>
<p><br />Bereits der Züchter kann Hundekinder mit einem Hornstoss, mit einem Pfiff oder durch Rufen dazu bringen, dass diese alles liegen und stehen lassen, um so schnell wie möglich herbeizueilen. Ein solches Verhalten geht nie verloren und die Hunde vergessen es ein Leben lang nicht. Ich bin nicht der Meinung, dass man Futterbelohnungen bis zu einem gewissen Alter abbauen muss. Viel zu wertvoll ist dieses für den Hund so lebenswichtige Element, um es ungenutzt nur in den Zwinger zu stellen. Futter kann bei sehr unterschiedlichen Arbeiten als Belohnung eingesetzt werden. Zum Beispiel auf einer Fährte oder am Ende derselben.</p>
<p><br /><strong>Direkte und indirekte Belohnung</strong><br />Dem Hund kann der gezielte Naseneinsatz durch Futter verstärkt oder sogar verbessert werden. Futter kann als «direkte oder indirekte Belohnung» verabreicht werden. Mit «direkter Belohnung» meine ich zum Beispiel den Futterbrocken unmittelbar nach einem durch den Hund korrekt ausgeführten Kommando wie «Sitz, Platz oder Fuss». Beim Welpen kann der Futterbrocken am Anfang so in der Hand gehalten und geführt werden, dass der Kleine fast gezwungenermassen das Richtige machen muss und dann blitzschnell auch für dieses belohnt wird. Die «indirekte Belohnung» basiert auf dem Versprechen, nach einem gewissen Signal oder Impuls Futter zu kriegen. Dies alleine genügt, damit der Hund etwas Gewünschtes ausführt und in ihm die Motivation ausgelöst wird, dass es nach einem Versprechen immer Belohnung gibt. Das Geniale daran ist, dass hier die sehr kurze Zeit zum Belohnen nicht eingehalten werden muss und nur schon das Versprechen über eine relativ lange Zeit als Motivation genügt und eigentlich schon Belohnung ist. Besonders im Sporthundebereich wird die Belohnung bzw. das Versprechen gerne durch das sogenannte «Clickern» vorgenommen.</p>
<p><br />Nehmen wir für uns das verständlichere Beispiel vom Züchter, der die Welpen mit einer Pfeife herbeiruft. Die jungen Hunde zerplatzen schier vor Aufregung, Glück und Motivation. Auch wenn sie vielleicht geschlafen oder gespielt haben und bis zur Futterschüssel mehrere Sekunden oder sogar Minuten brauchen, brechen sie nicht ab und eilen hochmotiviert zur Belohnung. Mit dem Einsatz von Futter können viele verschiedene Abruf- oder Konzentrationsübungen, die später für andere Gehorsamsarbeiten Verwendung finden, gemacht werden. Beispiel: Die Futterschüssel ist am Boden, der Hund darf aber erst fressen, wenn er vorher sitzt und dem Führer in die Augen schaut. Der Führer kann dabei Spannung aufbauen und zu gegebener Zeit mit einem Kommando das Futter zum Fressen freigeben.</p>
<p><br />Den Drang, sich Futter zu suchen und sich damit zu belohnen, verspüren die Hunde von selbst. Nicht nur die Wildhunde oder Wölfe, sondern auch unsere Hunde, die für einen Augenblick nicht unter Kontrolle sind, suchen sich Futterquellen wie beispielsweise den Komposthaufen des Nachbarn und tun sich daran gütlich.</p>
<p><br /><strong>Motivation und Belohnung durch Spiel</strong><br />Selbstverständlich gibt es auch andere Möglichkeiten, einen Hund zu motivieren und zu belohnen: durch Worte, durch Gestik und Streicheln. Eine der wirkungsvollsten Methoden ist aber das Spiel. Dem Hund fällt es am leichtesten, etwas spielend zu erlernen. Es ist auch das, was er alleine oder mit seinen Geschwistern, mit der Mutter und seinen Verwandten und Bekannten macht. Er lernt dabei allerlei Techniken und Taktiken, wird immer geschickter und kräftiger und findet heraus, was er tun oder besser lassen sollte.</p>
<p><br />Der Mensch kann sich den Spieltrieb der Hunde zunutze machen. Ein Hund liebt es, mit seinem Führer in irgendeiner Form zu spielen und begreift sehr schnell, was man von ihm will, wie ein Spiel abläuft und wie er sich verhalten muss, um durch das Spiel zum belohnenden Erfolg zu kommen oder eben nicht. Ich will dies mit einem Beispiel erklären: Der Hund wird hingesetzt und muss warten, bis der Führer das Lieblingsspielzeug (zuerst sehr einfach) unter geheimnisvoller Spannung versteckt. Der Führer geht dann zum Hund zurück, spannt diesen mit seiner Körpersprache wie einen Pfeilbogen und schickt ihn mit einem Kommando zum Suchen. Der Hund rennt los, findet den Gegenstand, greift ihn und bringt ihn zurück. Beim Führer angekommen, gibt es einen «Kampf» und die Arbeit wird eventuell mit einer Futterbelohnung beendet. Das alles, verpackt in ein Ritual, beflügelt den Hund, immer schwierigere Aufgaben zu meistern.</p>
<p><br />Jeder Hund hat ein Lieblingsspielzeug, aus welchem wir einen Vorteil ziehen können. Wir können es unterschiedlich einsetzen, z. B. zum Auflockern nach strengen Konzentrationsarbeiten, wenn der Hund durch irgendetwas beeindruckt oder eingeschüchtert wurde oder einfach nach getaner Arbeit zur grössten Belohnung.</p>
<p><br />Futter und Spiel können als Belohnung selbstverständlich auch kombiniert werden, und sie erzielen zusammen manchmal noch den grösseren oder länger anhaltenden Effekt. Spiele können auf unterschiedliche Arten und mit sehr vielen unterschiedlichen Gegenständen gemacht werden. Da gibt es Vorsteh-, Gehorsams-, Hetz- und Fangspiele mit der Reizangel, Kampfspiele mit der Beisswurst, Wurf- oder Versteckspiele mit dem Ball. Die Auswahl ist überaus gross. Nicht zu vergessen sind das Spiel unter Hunden und das Spiel zwischen Meister und Hund, ohne Gegenstände. Spielen kann man mit dem Hund immer. Es macht ihn glücklich bis ins hohe Alter.</p>
<p><br />Beim Spielen empfindet der Hund Positives: Gleichzeitig Erlebtes und Empfundenes verbindet sich. Wenn also der Welpe glücklich (und das ist sehr wichtig) beim Spiel ist, und zu Beginn nicht allzu nahe geschossen wird, gehört der Schuss zum glücklichen Spiel dazu.</p>
<p><br />Text und Fotos: Ueli Bärtschi </p>]]></content:encoded>
			<category>Biologie und Jagdtechnik</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 24 Apr 2013 16:35:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Rehkitzrettung mit dem Multikopter</title>
			<link>http://www.jagdportal.ch/index.php?id=44&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=102174&#38;cHash=d1358f3079</link>
			<description>Die herkömmliche Praxis zur Rettung von Rehkitzen funktioniert bekanntlich nicht immer. Ein...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="news_single_date">24.04.13 |</span> Die gängigen Methoden zur Rettung von Rehkitzen wie das Verblenden, Verwittern und die Suche mit Menschenketten und Hund funktionieren bekanntlich nicht immer. Eine mögliche Erklärung dafür liefert das individuelle Angstverhalten der Rehe. Während die mutigen Rehe noch am selben Abend nach dem Fahnenstellen ihre Kitze aus dem Bestand führen, trauen sich die ängstlicheren erst nach zwei bis drei Tagen in den Bestand hinein. Die mutigen Rehe kehren zudem nach ein bis zwei Tagen zurück, wenn sich in der Wiese weiter nichts tut. Um das Verblenden sicher anwenden zu können, müsste der Charakter des Tieres bekannt sein.</p>
<p><br />Im Rahmen eines umfassenden Projektes wurden an der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL), zusammen mit dem Departement Technik und Informatik der BFH in Burgdorf, dem Institut für Geodäsie und Photogrammetrie (IGP) der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETHZ) und unter der Beteiligung des Bundesamts für Umwelt, alternative Möglichkeiten zur Rehkitzrettung entwickelt.</p>
<p><br />Um festzustellen, ob ein Kitz in der Wiese ist oder nicht, wird die Methode der Nachahmung des Angstschreis der Kitze ausgeübt. Kommt nach dem Schrei eine Geiss aus der Deckung, ist ziemlich sicher ein Kitz in der Nähe. Der Umkehrschluss ist aber nicht zulässig. So wurden während der Projektarbeit neben einem gefundenen Kitz Angstschreie erzeugt und dennoch kam keine Geiss aus der Deckung. Die sicherste, wenn auch sehr aufwändige Methode bleibt damit das genaue und ausdauernde Beobach ten der Felder. Wurde ein Kitz gesetzt, war die Geiss häufiger auf diesen Flächen anzutreffen. Es konnte auch beobachtet werden, wie ein Kitz gesäugt wurde. Dabei stand die Geiss längere Zeit (mehrere Minuten) am selben Ort. Die Kitze selber konnten dabei im hohen Gras oft nicht ausgemacht werden, aber der zuckende Bauch der Geiss verriet, dass ein Kitz am Euter stiess. Darüber hinaus setzten Rehgeissen nicht jedes Jahr zur gleichen Zeit und am gleichen Ort. Dies erschwerte die Vorhersage der kritischen Gebiete und Zeitpunkte. Zusätzlich wurden Rehkitze an Orten gefunden, wo noch nie zuvor Rehkitze gesichtet wurden. Somit mussten und müssen nach wie vor alle zu mähenden Flächen aufwändig abgesucht werden.</p>
<p><br /><strong>High-Tech-Suche aus der Luft</strong><br />Die wirkungsvollste Detektion von Rehkitzen in Grasbeständen erfolgte mit Thermalkameras auf Multikoptern (Abbildung 1). Bei dieser Methode wurden die zu mähenden Wiesen mit dem Fluggerät systematisch abgeflogen und gleichzeitig mit der Thermalkamera ein Videofilm aufgenommen. Die Filme wurden in Echtzeit auf einen Bildschirm am Boden übertragen, wo die Kitze aufgrund ihrer Körpertemperatur als helle Flecken erschienen. Wurde ein solcher Wärmepunkt erkannt, konnte die momentane Position des Multikopters gespeichert Diese gespeicherten Koordinaten wurden im Anschluss gezielt angeflogen und der Multikopter darüber in Schwebe gehalten. Der Helfer gelangte mit Hilfe eines zweiten Bildschirms, auf dem er sich selbst ebenfalls als hellen Wärmepunkt erkannte, zum Rehkitz (Abbildung 2). Mit dieser Methode wurden im Rehkitzprojekt an 26 Suchtagen auf 14 von 100 Feldern 21 Kitze, 10 Rehe und 1 junger Hase gefunden. Im Anschluss an die Suche wurde zwölf Mal gemäht und zuvor wurden alle Kitze detektiert. Die Kosten pro Feld betrugen rund Fr. 140.–. Die Flächenleistung pro Feld (ca. 2 ha) betrug mit Vorbereitung, Detektion und Rettung rund 30 Minuten, auf grossen, zusammenhängenden Flächen auch weniger. Damit konnten mit dieser Methode drei- bis viermal so viele Flächen abgesucht werden wie mit dem ebenfalls sehr wirkungsvollen, handbetriebenen und mit Infrarotsensoren ausgerüsteten ISA-Wildretter (Abbildung ).</p>
<p><br />Parallel dazu wurde im Rahmen des Projekts auch ein automatisches Ortungssystem für Rehkitze entwickelt, welches die GPS-Koordinaten der Rehkitze auf der Basis der Videofilme ausrechnete. Um die Kitze beim so ermittelten ungefähren Standort schnell und sicher auffinden zu können, wurde zusätzlich ein Handsuchgerät konstruiert. Dabei zeigte sich der Vorteil, des zuvor beschriebenen Detektionsverfahrens mit Multikopter, da die Kitze dabei praktisch nicht gesucht werden mussten, sondern einfach gerettet werden konnten.</p>
<p><br />Die Rettung von Rehkitzen konnte somit verbessert und sicherer gemacht werden. Die zukünftige flächendeckende Suche soll durch koordiniert arbeitende Suchteams sichergestellt werden. Im Moment werden an der HAFL Projekte für deren Ausbildung und die Anschaffung der Systeme vorbereitet.</p>
<p><br /><strong>Rehverhalten und Rettungsstrategien</strong><br />Durch den Einsatz der neuen Technik bei der Rehkitzsuche konnten auch neue Erkenntnisse bezüglich des Rehverhaltens gewonnen werden. So wurde beobachtet, dass auch erwachsene Tiere in den Feldern ruhten. Wiesen dienen somit Jung und Alt als Lebensraum. Dies erklärte auch, dass sich Rehkitze, die nachweislich älter als fünf Wochen waren, nicht nachhaltig aus den Wiesen vertreiben liessen, sondern immer wieder auf die Mähflächen zurückkamen. Weiter wurde erkannt, dass sich Rehkitze bei Starkregen unter das schützende Blätterdach der Bäume zurückzogen. Das Anmähen der Felder am Waldrand nach Regen kann somit tote Rehkitze zur Folge haben.</p>
<p><br />Im Rahmen des Projekts wurde ebenfalls erkannt, dass je nach Alter der Rehkitze zwei Rettungsstrategien nötig waren. So mussten auch die älteren Rehkitze, welche bereits vor der Gefahr flüchteten, aktiv verscheucht werden. Auch sie verliessen sich, beim Herannahen der Mähmaschinen, noch auf ihre gute Tarnung. Erst im letzten Moment sprangen sie auf, flüchteten und wurden von den Mähwerken verstümmelt. Die jungen Rehkitze mit Drückinstinkt (Abbildung 4) blieben liegen, wurden überfahren und waren in der Regel sofort tot.</p>
<p><br /><strong>Rehkitze anfassen?</strong><br />Bei der Rettung von gefundenen Rehkitzen aus Grasbeständen wird die Berührung der Tiere kontrovers diskutiert. Die Gefahr, von ihren Müttern verstossen zu werden, scheint höchstens in den ersten 24 Lebensstunden der Kitze ein Problem zu sein. Viel entscheidender ist aber, dass Rehkitze durch die Berührung des Menschen nicht mehr geruchlos sind und somit von ihren Fressfeinden verfolgt werden können. Ein möglichst natürlicher Geruch ist daher überlebenswichtig für die Kitze. Am besten ist es, die Hände gründlich mit Erde und frisch ausgerissenem Gras einzureiben und zusätzlich den direkten Kontakt mit den Kitzen zu vermeiden, indem mit Grasbüscheln zugefasst wird. Gummi- oder Lederhandschuhe haben einen starken unnatürlichen Geruch und erfüllen daher diesen Zweck nicht.</p>
<p><br /><strong>Ausblick</strong><br />Die Thermaltechnik ist grundsätzlich sehr gut geeignet zur Rehkitzrettung. Es stellte sich heraus, dass sie am besten bei kühlen Temperaturen und in Abwesenheit der Sonne funktionierte. Am sichersten und auch planbar war die Suche von 5.00 bis 8.30 Uhr am Morgen. Die kurze Suchzeit schränkte die Flächenleistung der Methode ein. Aus diesem Grund und zur Reduktion der Kosten sollten Frühwarnsysteme für Rehkitze in Wiesen entwickelt werden, um die Suche auf Felder mit effektivem Rehkitzbestand beschränken zu können.&nbsp; </p>
<p><br />Text: Nicole Berger </p>
<p>&nbsp;</p>]]></content:encoded>
			<category>Biologie und Jagdtechnik</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 24 Apr 2013 16:32:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Bärenfänger und Bärenjäger</title>
			<link>http://www.jagdportal.ch/index.php?id=44&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=102173&#38;cHash=3c95fd6e71</link>
			<description>Im Süden Sloweniens ist die Jagd allgegenwärtig. Es ist beeindruckend, wie oft man Jägern im Alltag...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="news_single_date">24.04.13 |</span> Im April 2009 war ich in Slowenien, um die Kunst des Bärenfangens zu erlernen. Ein guter Freund und Berufskollege hatte mir die einmalige Gelegenheit verschafft, ein slowenisches Forschungsteam, zusammen mit lokalen Jägern, bei Bärenfängen zu begleiten. Als ob dies nicht schon spannend genug wäre, begegnete ich Jägern, welche von der Bärenjagd aus eigener Erfahrung berichteten. Darunter waren Jäger, die so viel über Braunbären wussten, dass sie durchaus als Experten bezeichnet werden konnten. Sehr erstaunlich war für mich, dass ich eine Region in Mitteleuropa gefunden hatte, wo die Jägerschaft sich für Bären starkmacht. Ob in der Schweiz, im österreichischen Kärnten oder in Norditalien, bisher waren die Meinungen der Jäger, welchen ich begegnete, betreffend Bären skeptisch, um dies milde auszudrücken.</p>
<p><br /><strong>Braunbär gefangen?</strong><br />Ich stand einen Tag vor der Rückreise in die Schweiz. Während der letzten zwei Wochen hatte ich die Aufsicht über Bärenfallen, welche slowenische Bärenforscher und lokale Jäger in den Wäldern rund um Velice Lašce gestellt hatten. Für das slowenische Forschungsprojekt fehlte nur noch ein einziger Bärenfang, um auch das letzte GPS-Senderhalsband an den Bären zu bringen. Die Bärenforschung in Slowenien beschäftigt sich vor allem mit Fragen der Koexistenz von Bären und Menschen (<a href="http://www.medvedi.si" target="_blank" >www.medvedi.si</a>).</p>
<p><br />In dieser für mich letzten Fallennacht besuchte ich eine Bar bei Turjak. Der Barkeeper hatte gerade ein Bier vor meine Nase gestellt, als im selben Augen blick mein Handy in der Hosentasche läutete. Die Uhr zeigte fast Mitternacht an und ich wusste, das kann nur Marko Jonozovic sein. Ich nahm das Gespräch entgegen. Marko sprach kurz und deutlich: «Mario! I think we have a bear. Go with Loize to check the trap in Velice Lašce!» Marko Jonozovic ist einer der erfahrensten Bärenfänger in Mitteleuropa. Für Forschungs- oder Wiederansiedlungsprojekte hat er schon mehr als 100 wildlebende Bären in Slowenien eingefangen. Im Frühling 2009 fanden die letzten Bärenfänge für eine ausgedehnte Bärenstudie statt.</p>
<p><br />Die Bären- bzw. Schlingenfallen waren mit einem Sender bestückt, welcher beim Auslösen der Falle ein Alarmsignal via SMS übermittelte. Mein Bier blieb unberührt stehen. Ich war bereits unterwegs, um mit Alojz Indihar, einem erfahrenen slowenischen Jäger, der von allen Loize genannt wurde, die Bärenfalle zu kontrollieren. War tatsächlich ein Braunbär in der Schlingenfalle?</p>
<p><br /><strong>Slowenien – Land der Wälder und Bären</strong><br />Als autonomer Staat existiert Slowenien erst seit 1991. Das Land hat eine Gesamtfläche, welche nur dreimal so gross ist wie jene des Kantons Graubünden. Mit zwei Millionen Einwohnern hat Slowenien hingegen eine Bevölkerungsdichte, welche gut dreimal höher ist als jene in den Bündner Bergen. Ljubljana, die Hauptstadt Sloweniens, ist der Wirtschaftsmotor des Landes und zählt über 300 000 Einwohner. Slowenien besteht geographisch aus vier Regionen: den Alpen, den dinarischen Alpen, den Küstenregionen am Mittelmeer sowie den Gebieten der pannonischen Tiefebene.</p>
<p><br />In Slowenien leben schätzungsweise 400 bis 500 Bären. Diese kommen aber nicht im ganzen Land in der gleichen Dichte vor. Der grösste Teil der Bären lebt im Süden Sloweniens. Die dort grossflächig vorkommenden Buchenmischwälder sind hervorragende Bärenlebensräume. Je nach Region zählt man bis zu einem Bär pro zehn Quadratkilometer. Eine sehr hohe Dichte, bedenkt man, dass ein Bär im Alpenraum durchaus 20 bis 30 Mal mehr Raum beansprucht. Bären kommen mit den unterschiedlichsten Lebensräumen zurecht, die Besiedlungsdichten schwanken aber extrem. Zu erklären ist dies mit dem Nahrungsangebot. Je weniger Nahrung ein Lebensraum bietet, umso grösser sind die Streifgebiete. Die Bären in Südslowenien gehören der dinarischen Balkan- Bärenpopulation an. Slowenien ist, was Bären betrifft, das Bindeglied zwischen den Bärenvorkommen im Balkan und jenem mit wenigen Individuen in den Alpen.</p>
<p><br />Im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts war der Braunbär in Slowenien kurz vor der Ausrottung. Schätzungen gehen von 30 bis 40 am Tiefpunkt verbliebenen Individuen aus. Die ersten Initianten, die sich für den Schutz der Braunbären einsetzten, waren Privatpersonen und Jäger mit viel Landbesitz. Die Motivation schöpften sie wohl mehrheitlich aus jagdlichen Überlegungen. Der Bär sollte als nachhaltig jagdbare Tierart erhalten bleiben. 1935 hatten verschiedene Regionen in Slowenien ein Jagd- und Tötungsverbot für Braunbären erlassen. 1966 kam ein weiterer Schritt: Im Süden Sloweniens wurde eine «Bären-Zone» festgelegt. Diese Zone besteht bis heute. Sie ist über 5000 km² gross, und es gelten spezielle Regeln. Da die Anzahl Bären in jener Zeit erneut stark angestiegen war, wurde die Bejagung wieder aufgenommen. Die meisten slowenischen Bären leben in der «Bären-Zone», wo der Braunbär trotz Schutzstatus unter strenger Reglementierung und Überwachung bejagt wird. Begründet wird die Bärenjagd vor allem mit der Minimierung der Konflikte zwischen Menschen und Bären. Die Bärenjagd findet unter Aufsicht und Kontrolle des Umweltministeriums sowie des zuständigen Departementes statt. Jährlich wird eine Abschussquote festgelegt. Diese richtet sich nach den jährlich erhobenen Bestandeszahlen. Ziel der «Bären-Zone» ist eine nachhaltige Abschöpfung des Zuwachses. Der Schweizer Jäger kennt dieses Prinzip beim Schalenwild. Strukturiert, entsprechend der Altersklassen, werden in Slowenien 80 bis 100 Bären pro Jahr erlegt. Das bedeutet auch, dass vor allem junge Bären geschossen werden. Interessanterweise kann dies einen positiven Nebeneffekt für das Zusammenleben von Menschen und Bären mit sich bringen. Dieses funktioniert mit unauffälligen und scheuen Bären reibungsloser als mit zutraulichen Tieren, welche den Menschen nicht aus dem Weg gehen. Wird ein Jungbär vor den Augen der Bärin erlegt, so ist das für die Bärin eine klare Botschaft: Menschen sind lebensgefährlich für Bären. Eine Bärin wird aus dieser schlechten Erfahrung lernen und ihr Wissen ihren künftigen Jungbären beibringen: Meide die Menschen! Vereinfacht ist so auch zu erklären, weshalb sich Bären in Mitteleuropa meistens menschenscheu verhalten. In den letzten Jahrhunderten überlebten nur die scheuesten Bären, und die scheuen Bärenmütter gaben dieses Wissen ihrem Nachwuchs weiter, wodurch diese eine bessere Überlebenschance hatten.</p>
<p><br />Immer wieder wandern Bären aus der «Bären-Zone» ab. Ausserhalb dieser Zone werden keine Regulationsabschüsse getätigt. Ein Bär ausserhalb der «Bären-Zone» ist absolut geschützt und darf nur erlegt werden, wenn er grosse Schäden anrichtet oder eine Bedrohung für Leib und Leben darstellt. Das können Bären sein, welche lernen, ihr Futter an und in Siedlungen zu suchen. Auch in Slowenien stellen die verlockenden Nahrungsquellen in Siedlungsnähe ein Problem dar. Pro Jahr werden deshalb 10 bis 20 problematische Bären erlegt.</p>
<p><br /><strong>Bären – der Stolz slowenischer Jäger</strong><br />Mitten in der Nacht chauffierte mich Loize mit seinem Jeep zur Bärenfalle. Die Falle war bereits seit einigen Tagen scharfgestellt. Heute Nacht hatte ein Tier die Falle und somit auch ein Warnsignal ausgelöst. Die moderne Technik macht es möglich, dass man sozusagen eine SMS vom Bären erhält, sobald dieser in die Falle getappt ist.</p>
<p><br />Nach keinen zehn Minuten Fahrt vom Dorf Velice Lašce entfernt, waren wir bereits vor Ort. Auf dem Rücksitz lag zur Sicherheit eine Schrotflinte bereit. «Gefangene Bären können ziemlich ungemütlich werden», meinte Loize. Ein lautes brummendes Geräusch war im stockdunklen Wald zu hören. Das Licht des Scheinwerfers brachte einen stattlichen Bären zum Vorschein. Mit einer Pranke im Stahlseil der Schlingenfalle war der Bär an einen Baum gefesselt und versuchte sich zu befreien. Er war gänzlich mit sich selber beschäftigt und würdigte uns keines Blickes. Um den Bären nicht unnötig zu beunruhigen verweilten wir nur Sekunden, ehe wir wieder abzogen. Unsere Aufgabe bestand darin, das Gewicht des Bären zu schätzen. Je schwerer ein Bär ist, umso mehr Betäubungsmittel muss eingesetzt werden. Ich gab die zwei momentan wichtigsten Informationen an Marko Jonozovic durch: «Ein Bär ist in der Schlinge gefangen und ich schätze, das Tier ist 130 kg schwer.»</p>
<p><br />Ebenfalls beim vereinbarten Treffpunkt nahe des Fangortes angekommen, bereitete Marko das Narkosegewehr und die dazugehörigen Pfeile mit der entsprechenden Dosis vor. Mit präparierter Ausrüstung fuhren wir zusammen erneut zum gefangenen Bären. Routiniert platzierte Marko den Narkosepfeil ins Hinterteil des Bären. Die Wirkung liess nicht lange auf sich warten, nach acht Minuten war das Tier bereits im Tiefschlaf. Hatte ich ein Riesenglück, bei einem weiteren Bärenfang assistieren zu dürfen!</p>
<p><br />Weitere Helfer kamen hinzu, um den narkotisierten Bären zu wägen. 150 kg schwer! Unter den Anwesenden war kein Einziger, der vom schlafenden Tier nicht fasziniert war. Das deutlichste Leuchten in den Augen hatten die anwesenden lokalen Jäger. Bären sind die Könige der Wälder, der Stolz eines jeden slowenischen Jägers. In der Jagdgesellschaft Velice Lašce wird ein Bär für die Jäger, wenn überhaupt, nur ein einziges Mal pro Jägerleben zur Beute. Bis auf diesen einen Tag gilt für sehr viele Jäger in der Region Velice Lašce und in vielen anderen Gebieten Sloweniens die Bewunderung und der Stolz den lebenden Bären. Die Jäger kreuzen die Fährten der Bären beim Pirschen. Sie haben Bärenanblick beim Ansitz oder sehen sie bei Bewegungsjagden davonrennen. Obwohl sehr selten Unfälle mit Bären vorkommen, obwohl Bären auch bei slowenischen Jägern im Wald dieses mulmige Gefühl – eine Mischung aus Ehrfurcht, Angst und Bewunderung – auslösen, sind die Jäger in Slowenien eine sehr wichtige Interessengruppe, welche sich für die Bären einsetzt.</p>
<p><br />Eine Stunde war inzwischen vergangen ... Der gefangene Bär hatte seine Freiheit wieder. Bis zum Morgengrauen würde er längst wieder unterwegs sein, wenn auch mit einem Brummschädel. Marko war sichtlich erleichtert. Der letzte projektierte Bärenfang war gelungen. </p>
<p><br />Text und Fotos: Mario Theus </p>]]></content:encoded>
			<category>Jagd &amp; Umwelt</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 24 Apr 2013 16:30:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Spätestens dann …</title>
			<link>http://www.jagdportal.ch/index.php?id=44&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=102172&#38;cHash=68493699ff</link>
			<description>In den Nationalpärken Südafrikas wachsen die Elefantenbestände zu schnell. Die Folge sind...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="news_single_date">24.04.13 |</span> In den Nationalpärken Südafrikas wachsen die Elefantenbestände zu schnell. Die Folge sind verheerende Schäden an der Vegetation. Weil der Abschuss von überzähligen Elefanten unpopulär ist (und notabene auch nicht viel mit Jagd, wie wir sie verstehen, zu tun hätte), suchen die Verantwortlichen nach Alternativen. Eine davon ist, Elefantenkühe aus Helikoptern mit Injektionen zu «beschiessen », welche eine Kuh für ein Jahr lang unfruchtbar machen. Die Methode funktioniert zwar, ist aber sehr aufwändig (sprich teuer) und auch kaum im gewünschten Masse anwendbar. Allein im Krüger-Park, dem grössten Nationalpark im Süden Afrikas, leben etwa 14 000 Elefanten.</p>
<p><br />Dass die Methode von vielen Natur- und TierschützerInnen trotzdem hoch gelobt wird, ist schon fast selbstverständlich. Als weitere Massnahmen werden künstlich angelegte Wasserstellen trockengelegt. Damit soll erreicht werden, dass die Elefanten nicht standorttreu sondern zu weiten Wanderungen gezwungen werden. Dies hat zur Folge, dass sich einerseits die Verbissschäden weiträumiger verteilen und andererseits eine grössere Zahl der Jungtiere die Strapazen der Wanderung nicht übersteht, sprich «natürlich abgeht ».</p>
<p><br />Ich masse mir nicht an, das Elefanten- Management der afrikanischen Behörden zu kommentieren oder gar zu kritisieren – dafür verstehe ich von der Materie schlicht zu wenig. Was mich aber umtreibt: Wie lange geht es wohl, bis Forderungen auftauchen, dass die Bestände z. B. von Rot- oder Rehwild bei uns auch auf diese Weise reguliert werden, statt sie durch die Jagd zu bewirtschaften? Was dann? Spätestens dann nämlich ist es zu Ende mit der Geschichte vom Jäger als notwendigem Regulator der Bestände, ohne den die Fauna irreparable Schäden erleiden würde. Spätestens dann müssen wir ehrlich für die Jagd antreten, uns dazu bekennen, dass Jagd nicht nur notwendig ist, sondern als eine der ältesten Kulturtechniken der Menschheit einerseits auch Freude macht und andererseits in der Form von Wildbret auch ein hochwertiges und rein biologisches Nahrungsmittel liefert. Spätestens dann müssen wir aber auch darzulegen im Stande sein, dass wir nicht aus Gründen der «Nahrungskonkurrenz » skeptisch gegenüber Grossraubtieren sind, sondern weil die Lebensraumsituation dafür in unserem Land nur noch in ganz wenigen Gebieten einigermassen gegeben ist – sicher nicht dort, wo die Wildtiere infolge des Tourismus in all seinen Erscheinungsformen auf enge, letzte Rückzugsgebiete zurückgedrängt werden.</p>
<p><br />Auffällig ist eines: Wenn es Probleme gibt, wird in den meisten Fällen bei den Wildtieren mit Massnahmen angesetzt. Selten beim Lebensraum dieser Tiere und schon gar nicht beim Verhalten des Menschen. Auch für die «Schutz»-Organisationen ist es eben einfacher (und mit Bezug auf Spendengelder einträglicher), Alternativen zur Jagd zu verlangen, statt sich zum Beispiel für drastische Verhaltensänderungen der Menschen einzusetzen. Ungefähr nach dem Motto «Rehe erschiessen ist schlimm und böse, aber eine nächtliche Mountainbike oder Joggingtour im Wald mit Stirnlampe ist ein Bürgerrecht!»</p>
<p><br />Fredy Kradolfer </p>]]></content:encoded>
			<category>Biologie und Jagdtechnik</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 24 Apr 2013 16:28:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Menschenfreund und Schmusekatze</title>
			<link>http://www.jagdportal.ch/index.php?id=44&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=102171&#38;cHash=d3680fbd24</link>
			<description>Essen Sie Hundefleisch? Nein? Weshalb nicht, soll doch ein Steak vom Hund ausgezeichnet schmecken,...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="news_single_date">24.04.13 |</span> Essen Sie Hundefleisch? Nein? Weshalb nicht, soll doch ein Steak vom Hund ausgezeichnet schmecken, sagen jedenfalls die Chinesen. Und halten unseren Menschenfreund in Zuchtfarmen wie wir Schweine. Diese essen wir ja auch und dazu Hühner, Rinder, Pferde und das 100%-Bio Produkt «Wildfleisch». All diese Tiere würden bestimmt lieber einen weiten Bogen um die Bratpfanne machen, als in dieser zu brutzeln. Also weshalb nicht einmal ein Waldischnitzel als Sonntagsschmaus auf dem Tisch? Ganz einfach: Der Hund ist ein Menschenfreund und Freunde isst man nicht. Im Gegenteil, man hegt und pflegt sie bis zum selig Ende.</p>
<p><br />Ganz anders sieht das aber aus, wenn sich dieser Menschenfreund immer wieder mal jagenderweise an «unserem» Wild vergreift. Zwar wird der auf frischer Tat ertappte Missetäter trotzdem nicht im Kochtopf landen, aber er läuft Gefahr, bleihaltige Luft einatmen zu müssen. Was natürlich ihm und den betroffenen Mitmenschen gar nicht gefällt. Und so wird dann der allgemein anerkannte Menschenfreund zum einen Leid und zum anderen Feind. So geschehen um die Jahreswende im Thurgau. Der «Fall Skippy » wird teuer, titelte das lokale Blatt, denn sowohl der Jäger, der den Bless erlegt hatte, als auch der Hundebesitzer, der mehrmals verwarnt wurde, würden nun angezeigt. Glücklicherweise erhielt der Fall weder lokal noch national besondere Aufmerksamkeit, so dass der Bless und die von ihm gejagten Wildtiere bald wieder ruhigeren Zeiten entgegenblicken konnten. Doch der oberste Tierschützer des Kantons bekam die Plattform, um den Jägern wieder einmal auf den Pelz zu rücken. Was diese mit Murren zur Kenntnis nahmen, denn eigentlich sollte der Schützer sowohl Menschenfreunde als auch Wildtiere genau gleich liebevoll beschützen.</p>
<p><br />Szenenwechsel. So sicher wie das Amen in der Kirche schwappt jeweils im Frühjahr eine Welle des Protestes über die Vogeljäger Italiens. Millionen von Zugvögeln sollen dort illegal in Netzen, in Schlingen und auf Leimruten ihr Leben lassen. Bilder von frisch gerösteten Rotkelchen machen die Runde und fordern den Zorn von uns Mitteleuropäern heraus. Dabei machen die Italiener ganz einfach das, was bei uns jahrein, jahraus unsere Schmusekatzen auch tun: Ernten, was da so kreucht und fleucht. Sehr erfolgreich, denn gemäss einer kürzlich erschienenen Studie aus den USA sollen dort rund 84 Millionen Hauskatzen jedes Jahr bis zu 3,7 Milliarden Vögel erbeuten. Das sind 44 Vögel pro Mieze. Rechnet man diese Zahlen auf die Schweiz um, lassen hier bei einem Katzenbestand von 1,3 Millionen Tieren rund 57 Mio. Gefiederte und bestimmt auch ein paar Feldhasen ihr Leben im Fang einer Katze. Gibt man unseren Schmusekatzen noch einen 50%-Kitekat-Verwöhn-Bonus, weil sie mit vollem Bauch auf die Pirsch gehen, verbleiben immer noch 30 Millionen Vögel im Jahr. So oder so: Die Biologen, welche die Studie durchgeführt hatten, kamen zum Schluss, dass Katzen eine grössere Gefahr für die Artenvielfalt darstellen als landwirtschaftliche Pestizide oder die Zerstörung der natürlichen Lebensräume durch den Menschen. Oder die italienischen Vogelfänger, könnte man anfügen. Und die Antwort des Schweizerischen Tierschutzes STS auf diese Problematik? Bei seinem Spendenaufruf an «die gesamte tierfreundliche Schweizer Öffentlichkeit » ärgerte er sich in einem offenen Brief an unseren obersten Jagdverwalter Reinhard Schnidrig vom BAFU darüber, dass sich dieser «für das humane Töten von streunenden Katzen ausspreche, weil diese ein Problem für die Biodiversität in unserem Land darstellen würden». Und verweist auf die seit Jahren durch den STS erfolgreich durchgeführten Kastrationsaktionen an herrenlosen Katzen. Wie wenn nur solche Vögel und Reptilien fressen würden und sich nach der Kastration wie die Schmusekatzen nur noch brav von Mäusen ernähren würden.</p>
<p><br />Und die Moral von der Geschichte: Wie wir Jäger verfolgen auch die Schutzorganisationen ihre ureigensten Interessen. Mit anderen Worten: Wes Brot ich ess, des Lied ich zwitschere. Ist auch richtig so. Allein schon diese Erkenntnis sollte uns aber näherbringen, unabhängig von Menschenfreunden und Schmusekatzen, aber ganz zum Wohle unserer Lebensräume und Wildtiere. </p>
<p><br />Martin Ebner</p>]]></content:encoded>
			<category>Kultur &amp; Komfort</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 24 Apr 2013 16:27:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Hunting Show 2013 im italienischen Vicenza</title>
			<link>http://www.jagdportal.ch/index.php?id=44&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=102170&#38;cHash=f3a49fe8de</link>
			<description>Die siebte Ausgabe der Internationalen Messe für Jagd, Natur und Schiesssport begeisterte Ende...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="news_single_date">24.04.13 |</span> Bereits zum siebten Mal fand im norditalienischen Vicenza die beliebte «Hunting Show» statt. Die Fakten sprechen für sich: Rekordzahlen bei den Besuchern und bei den Ausstellern. Mehr als 20% der 328 Aussteller stammten aus dem Ausland. Das Angebot der diesjährigen Messe war noch reichhaltiger als in den Vorjahren. Nicht nur Jagd- und Sportwaffen, sondern auch interessante Neuigkeiten aus den Bereichen Optik, Bekleidung und Jagdzubehör wurden gezeigt. Was wäre eine Jagdmesse ohne reichhaltiges Rahmenprogramm. In Vicenza kamen Jäger, Fischer und andere Naturfreunde gleichermassen auf ihre Rechnung. Nebst verschiedenen Schiesswettbewerben und Seminaren fanden zwei interessante Kongresse «Die Kultur der Jagd – Literarische Anreize und Reflexionen über die Erfahrungen zwischen den Alpen und dem Apennin» und «Die Zukunft der Waffengesetze: ein dringender Bedarf für Vereinfachungen» grossen Zuspruch. Ebenfalls mit einem eigenen Stand an der Messe vertreten war die Region Venetien. Sie präsentierte ihre Landschaft, Flora und Fauna im besten Licht. Am letzten Messetag wurde der Öffentlichkeit eine aktuelle Karte der regionalen Fauna vorgestellt.</p>
<p><br />Die «Hunting Show» hat sich in den letzten Jahren als wichtige Fachmesse etabliert. Trotz ihrer Grösse und des beeindruckenden Besucherstromes weiss sie mit gemütlichem Flair und guter Stimmung zu überzeugen. Die norditalienische Jagdmesse bietet ausgezeichnete Gelegenheit, Erfahrungen und Informationen über die Grenzen hinweg auszutauschen und internationale Kameradschaften zu pflegen. Die nächste Hunting Show findet voraussichtlich im Februar 2014 in Vicenza statt. Näheres im Internet: <a href="http://www.huntingshow.it" target="_blank" >www.huntingshow.it</a></p>]]></content:encoded>
			<category>Kultur &amp; Komfort</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 24 Apr 2013 16:26:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Hat der Bär Platz in der Schweiz?</title>
			<link>http://www.jagdportal.ch/index.php?id=44&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=102169&#38;cHash=001300d606</link>
			<description>Der Braunbär wird es schwer haben in der Schweiz. Für Viele kam der Tod von Bär M13 nicht...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="news_single_date">24.04.13 |</span> Das Interview mit dem eidgenössischen Jagdinspektor Reinhard Schnidrig, in der Januar-Ausgabe von «JAGD &amp; NATUR», eine mehrmonatige Reise durch Alaska/USA, Yukon und British-Columbia/ Kanada sowie die Erlegung von M13, haben mich zu einigen Gedanken zum Bär und seinem Lebensraum, aber auch zum Bär und seinem Zusammenleben mit den Menschen, angeregt.</p>
<p><br />Der Braunbär war in den Alpen lange heimisch; erst 1904 wurde der letzte seiner Art in der Schweiz erlegt. Für die Biodiversität ist seine Wiedereinwanderung eine grosse Bereicherung. Aber hat er heute eine echte Chance im Alpenraum? Kann er sich grossflächig wieder etablieren?</p>
<p><br />Im Norden der USA und Kanadas kommen sowohl Schwarz- wie auch Braunbären in grossen Beständen vor. So leben zum Beispiel im Lake-Clark-Nationalpark (im Südwesten von Anchorage, Alaska) und seiner Umgebung (mit rund 16 000 km² knapp ein Drittel der Fläche der Schweiz) geschätzte 700 Bären. Das entspricht einer Dichte von etwa vier Bären pro 100 km², was sehr hoch ist. Das Gebiet wird jährlich von zirka 5000 Touristen besucht. Ansonsten ist es unbewohnt. Im Vergleich dazu wurde der Alpenraum in der Schweiz im letzten Jahrhundert stark besiedelt. Insbesondere der Tourismus hat zu einer starken Nutzung sehr vieler Lebensräume geführt. So leben heute im Kanton Graubünden 27 Einwohner pro km²; für die Schweiz ist dies eine dünne Besiedlung (CH: im Durchschnitt 190 Einwohner pro km², schnell steigend). In Alaska leben aber gerade mal 0,4 Einwohner pro km² und im kanadischen Yukon sind es mit 0,07 Einwohner pro km² noch viel weniger. Alle Bären brauchen ausgedehnte Rückzugsmöglichkeiten und sehr grosse Gebiete, die ihnen während des Jahres ausreichend Nahrung gewähren. In Alaska sind die südlichen Gebiete, in denen die Lachse zu ihren Laichgebieten aufsteigen, deutlich dichter mit Bären besiedelt als die Gebiete im nördlichen Alaska, wo sich die Bären, wie bei uns, hauptsächlich von Pflanzen ernähren. Haben wir in der Schweiz, im Alpenbogen, wirklich noch die Lebensraumgrössen, die eine Braunbärpopulation zulassen? Oder werden es immer nur einzelne Individuen sein, die durchziehen? Auch die Nahrungsgrundlagen in Alaska und im Norden von Kanada, mit den Lachsvorkommen im Süden und unglaublich grossen Beerenbeständen im Norden, sind nicht vergleichbar mit den Nahrungsgrundlagen bei uns. In unserer Bergwelt werden die Alpen bewirtschaftet, was die Nahrungsgrundlage (Beerenfelder) für die Braunbären stark einengt. Wie labil das biologische Gleichgewicht zwischen Nahrungsgrundlage und Bärenpopulation aber auch in solch guten Bärengebieten ist, zeigte sich im Sommer 2012 im Yukon. Durch einen extrem strengen Winter 2011/2012 und einen verregneten Frühsommer entwickelten sich die Beerenbestände nicht optimal. So hatten die Bären im Inland, wo keine Lachsvorkommen vorhanden sind, keine genügende Futtergrundlage und drängten schon im Juli, auf der Suche nach Futter, in die Siedlungen. In Whitehorse, der Hauptstadt des Yukon, wurde bis Ende Juli über ein Dutzend Bären erlegt (ein Zeitungsbericht vom 15. August 2012 berichtete von 19 geschossenen Bären), die sich an Hausmüll und Kompost gütlich taten. Auch wurden von der Jagdverwaltung eilends grosse Bemühungen unternommen, die Bevölkerung auf richtiges Verhalten aufmerksam zu machen. Nur, Whitehorse hat 20 000 Einwohner, und dann ist im Umkreis von mehreren 100 Kilometern kaum mehr eine grössere Siedlung anzutreffen ... Wie gehen wir in unserem, für ein Braunbärenhabitat dicht besiedelten Alpenraum mit Bären, die sich abnorm verhalten, um?</p>
<p><br /><strong>Korrekter Umgang mit Meister Petz</strong><br />Reinhard Schnidrig erwähnt im eingangs angesprochenen Interview («JAGD &amp; NATUR» 1/2013), dass 54% der Schweizer Bevölkerung die Anwesenheit des Bären befürworten würden. Aber wie viele dieser Befragten hatten denn schon eine Begegnung mit einem Bären in freier Wildbahn? Können wir in der dicht besiedelten Schweiz überhaupt mit einer solchen Wildart umgehen? Können wir uns «bärengerecht » verhalten? In Alaska und im Yukon ist jeder öffentliche Abfallkorb bärensicher verschlossen, in jedem Touristeninfocenter wird als Erstes ein Merkblatt zum korrekten Verhalten im Bärenland abgegeben. Jeder Einwohner hatte schon Begegnungen mit Bären. Der Umgang mit diesen Wildtieren ist in einer natürlichen Art zurückhaltend und respektvoll. Wenn wir uns ähnlich verhalten wollen, muss im Alpenraum noch sehr viel Aufklärungsarbeit geleistet werden. Verhaltensregeln, wie sie auf der Website des Nationalparkes zu finden sind, müssen breiter gestreut und «peppiger» aufgemacht werden. Alle Abfallcontainer müssen bärensicher ausgeführt oder umgerüstet werden (ein gutes Beispiel: <a href="http://www.ursina.org/ueber-ursina" target="_blank" >http://www.ursina.org/ueber-ursina</a>) Wir müssen lernen, dem Raubtier Bär mit Respekt zu begegnen, ausreichend Abstand zu wahren und ihm auszuweichen. Wann wird wohl der erste Wanderer mit einem sogenannten Bärenglöcklein am Rucksack durch den Nationalpark wandern, um Bären seine Anwesenheit frühzeitig zu melden und diese nicht zu überraschen?</p>
<p><br />Ein weiterer wesentlicher Punkt, der für eine Wiederbesiedelung des Alpenraumes durch den Braunbären entscheidend sein kann, ist eine sachliche und gut aufgemachte Öffentlichkeitsarbeit. Auch die Presse muss lernen, vernünftig und mit Achtung vor dieser Tierart zu berichten. Vergleiche ich die Boulevard- Presse-Artikel in der Schweiz mit den Berichten über Bärenvorkommnisse im Norden der USA und Kanadas, sorgen die reisserischen Artikel in der Schweiz wohl eher für ein negatives Image des Braunbären. Im Gegensatz dazu ist die Berichterstattung in Alaska informativ und sachlich. Für eine erfolgreiche Wiedereinwanderung der Braunbären im Alpenraum ist eine sachliche Information unerlässlich. Wenn dies den verantwortlichen Instanzen nicht gelingen sollte, kann die öffentliche Meinung schnell in eine negative Grundstimmung umschwenken.</p>
<p><br /><strong>Der Bär braucht Platz</strong><br />Der wohl zentralste und wichtigste Fakt für eine erfolgreiche Wiederbesiedlung des Alpenraumes ist das Lebensraumverhältnis. Der Bär braucht sehr grosse Rückzugsgebiete (sicher 100 bis 200 km²), in denen keine weitere Siedlungsausdehnung oder Intensivierung von Landnutzungen geschehen dürfen. Dies kann durch die Einrichtung von Nationalparks oder anderen Schutzgebieten erfolgen. In diesen Räumen muss die Biodiversität absoluten Vorrang vor allen anderen Landnutzungen haben. Eine weit engere Zusammenarbeit aller Akteure ist zu Gunsten dieser Zielerreichung gefordert! So müssen Wildbiologen mit Raumentwicklern grossflächige Konzepte zur Extensivierung von grossflächigen Gebieten ausarbeiten. Die landwirtschaftlichen Berater müssen, Hand in Hand mit Wildbiologen, die Bauern beraten. Die Gemeindebehörden haben, zusammen mit den Bärenspezialisten, die Aufklärungsarbeit in der Öffentlichkeit an die Hand zu nehmen. Und es ist vor allem ein umfassender Managementplan zwischen Bund, Kantonen, Gemeinden, Landbesitzern und Bewirtschaftern auszuarbeiten, wie auf sämtliche Fragen der Wiedereinwanderung des Braunbären reagiert werden soll.</p>
<p><br /><strong>Fazit</strong><br />Damit der Braunbär die Biodiversität in der Schweiz wirklich langfristig und nachhaltig bereichern kann, muss noch sehr viel Arbeit getan werden. Am schwierigsten wird wohl die Schaffung der notwendigen grossflächigen Rückzugs- und Ruhegebiete sein. Wenn dies nicht gelingt, dürften es die Bären in der Schweiz extrem schwer haben. Weitere Konflikte mit uns Menschen wären vorprogrammiert.</p>
<p><br />Text: Ueli Strauss</p>
<p><br />Fotos: Markus P. Stähli, Cornelia Gallmann <br />&nbsp;&nbsp; </p>]]></content:encoded>
			<category>Jagd &amp; Umwelt</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 24 Apr 2013 16:24:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
	</channel>
</rss>