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Sammelplatz -

Gründung des Fördervereins «Freunde der Stiftung Schweizerische Wildtierwarte»

Am Sonntag, 3. Mai 2009, hing frühmorgens noch dicker Nebel über Niedergösgen, als im Mösli bereits die ersten Jagdschüler und Jagdschülerinnen eintrafen. Anlass dafür war der alljährlich stattfindende Jagdlehrpfad der Stiftung Schweizerische Wildtierwarte. Aber der überaus grosse Andrang hatte auch noch einen anderen Grund, nämlich die Gründung des Fördervereins «Freunde der Stiftung Schweizerische Wildtierwarte ».

Marcel Notter und Raphael Schmid.

30.06.09 | Punkt neun Uhr begrüsste Raphael Schmid, Leiter und Stiftungsrat der Stiftung Schweizerische Wildtierwarte, die Schüler, Gäste, Interessierte und nicht zuletzt auch ein paar wissensbegierige Kinder. Anschliessend wurden die neu überarbeiteten Fragebögen abgegeben und die Teilnehmer konnten mit dem Lösen des Lehrpfades beginnen. Anhand von gegen 400 jagdlichen Gegenständen (Tierund andere Präparate, jagdlichen Gebrauchsutensilien, Waffen und Pflanzen) sollten die Jagdschüler und Jagdschülerinnen ihr Wissen vertiefen und repetieren. Besonders die Pflanzenpräparate wurden mit grossem Interesse genau betrachtet, angefasst und dann bestimmt. Für die Kandidaten der Jagdprüfung 2009 war dies eine der letzten Gelegenheiten, ihren Wissensstand vor der Prüfung zu testen. Den Anwärtern für die Jagdprüfung 2010 bot der Jagdlehrpfad die Gelegenheit, das Lernziel für die kommenden Monate zu erkennen. Den Alt- und Nichtjägern konnte so der hohe Wissensstand der künftigen Jungjäger vor Augen geführt werden. Der eine oder andere Jäger schaute den Schülern über die Schulter, gab Antworten auf spezifische Fragen oder testete einfach nur sein eigenes Wissen. Von den Schülern wurde der Lehrpfad als sehr lehrreich, gut aufgebaut und organisiert empfunden. Dies bestätigte das Leitungsteam und die anwesenden Lehrpersonen der Wildtierwarte darin, dass der Jagdlehrpfad wichtig und notwendig ist und im Sinne von Peter Steiner (Stifter und Stiftungsratspräsident) weitergeführt wird.

Gründungsversammlung
Kurz vor elf Uhr trafen immer mehr geladene Gäste zum Apéro ein, darunter viele Jäger, die der Stiftung und Peter Steiner verbunden sind. Auch die oberste Jagdherrin des Kantons Solothurn, Frau Regierungsrätin Esther Gassler, war unter den Gästen auszumachen. Schon von Weitem war die «Begrüssung» der Falkensteiner Jagdhornbläser zu vernehmen. Im Mösli angekommen, stimmten sie mit «Jungfuchs» und ihrem eigenen «Falkensteinermarsch » auf den folgenden, historischen Gründungsakt ein. Dem in Erlinsbach AG wohnhaften und im Revier Erlinsbach-Berg jagenden Marcel Notter, seines Zeichens seit Oktober 2008 Generalsekretär der römisch-katholischen Landeskirche des Kantons Aargau, wurde als zukünftigem Präsidenten des Vereins die Aufgabe zuteil, durch die Gründungsversammlung mit dem Festlegen der Gründungsstatuten und der Wahl der Vorstandsmitglieder zu führen. Mit folgendem Zitat von Hermann Löns eröffnete er die Versammlung: «Das Schiessen allein macht den Jäger nicht aus. Wer weiter nichts kann, bleibt besser zu Haus. Doch wer sich erfreuet an Wild und Wald, auch wenn es nicht blitzet und wenn es nicht knallt, und wer noch hinauszieht zur jagdlosen Zeit, wenn Heide und Holz sind vereist und verschneit, wenn mager die Äsung und bitter die Not und hinter dem Wilde einherschleicht der Tod: Und wer ihm dann wehret, ist Weidmann allein, der Heger, der Pfleger kann Jäger nur sein.»

Kurz erklärte er die Ziele des Vereins, nämlich die Unterstützung der Stiftung Schweizerische Wildtierwarte in finanzieller und personeller Hinsicht, die Organisation von jagdlichen Veranstaltungen und erweiterte Öffentlichkeitsarbeit, sowie die Gründung eines Patronatskomitees mit Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Kirche und Wissenschaft. Nicht zuletzt geht es aber auch um die Pflege der Kameradschaft.

Spätere bauliche Massnahmen oder die Erneuerung einzelner Präparate sollten durch die Unterstützung des Vereins möglich gemacht werden. Des weiteren ist eine Veranstaltungsreihe geplant, die mit jagdlichen Themen die nicht jagende Bevölkerung für die Jagd und deren Nutzen sensibilisieren soll. Erwartet werden spannende Diskussionen mit Jägern und Nichtjägern. Im Folgenden wurde der angehende Jäger Stephan Weber als Aktuar und Kassier sowie Marcel Notter als Präsident einstimmig von den anwesenden Gründungsmitgliedern gewählt. Die übrigen Vorstandsmitglieder, nämlich Marc Rauber als Vizepräsident und Raphael Schmid als Beisitzer, sowie die Rechnungsrevisoren wurden ebenfalls einstimmig gewählt. Der moderate Jahresbeitrag von CHF 40.-- für natürliche und CHF 150.– für juristische Personen sowie der Beitrag für eine lebenslange Mitgliedschaft (CHF 500.– bzw. 2000.–) wurden einstimmig angenommen. Die anwesenden Gründungsmitglieder konnten die Gründungsstatuten unterschreiben. Zum Schluss übergab Marcel Notter der Wildtierwarte das Buch «Meditationen über die Jagd» des grossen Jagdschriftstellers José Ortega y Gasset als erste symbolische Unterstützung. Die Falkensteiner Bläser stimmten «Jagd vorbei » und «Auf Wiedersehen» an und Marcel Notter lud alle zum gemeinsamen, vom Aarauer Schützenwirt und Jäger Hans Schneider gesponserten Mittagsaser ein.

Am Nachmittag wurden die Lösungen des Jagdlehrpfades ausgehängt und man fand Zeit, zu fachsimpeln. Das Schiesskino von Swarovski Optik Schweiz interessierte sehr. Die Firma feiert heuer ihr 60-Jahre-Jubiläum. Daneben konnte man die neuesten technischen Geräte am Stand von Swarovski Optik Schweiz ausprobieren. Daniel Sulser erklärte die technischen Finessen der Teleskope, Zielfernrohre und der Ferngläser. Dass eine Investition in ein solches Gerät sich eben nicht nur für Jäger, sondern auch für Ornithologen und Naturbeobachter und -photographen lohnt, wurde beim ersten Durchblicken klar.

In einem vom anwesenden Arolfinger Lokalfernsehen im Mösli aufgenommenen Interview brachte Frau Regierungsrätin Esther Gassler, selber Schwiegertochter eines Jägers und immer gern gesehener Gast auf Treibjagden, auf den Punkt, was allen Beteiligten in Bezug auf die Jagd wichtig ist: Die Jagd werde in der Bevölkerung sehr verschieden wahrgenommen, es sei ihre Aufgabe, die Bevölkerung auf die Jagd aufmerksam zu machen, dies aber nicht im Sinne einer Rechtfertigung, sondern vielmehr als umfassende Tätigkeit in und an der Natur. Gegen den späteren Nachmittag wurde es stiller im Mösli, die letzten Schüler korrigierten noch ihre Fragebögen und die ersten Festbänke wurden weggetragen. So klang ein lehrreicher, interessanter und erfolgreicher Tag im Mösli bei schönstem Sonnenschein aus.

Verein Freunde der Stiftung Schweizerische Wildtierwarte
Sämtliche Personen und Institutionen, welche an einem Beitritt zum Förderverein Freunde der Stiftung Schweizerische Wildtierwarte interessiert sind, werden gebeten, sich mit dem Aktuar/ Kassier in Verbindung zu setzen:
Stephan Weber, Oberer Scheunenweg 2, 5600 Lenzburg.
stephan.weber(at)hispeed.ch, 079 275 39 25

Vereinsnachrichten

An dieser Stelle publizieren wir neu Nachrichten aus den Jagdvereinen als Ergänzung zum "Sammelplatz".

 

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JAGD&NATUR

Ausgabe 09/2010

 

 

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