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News, Sammelplatz - Bläserfest in Goldach

Viel Licht und etwas Schatten

Das «Eidgenössische» der Jagdhornbläser in Goldach SG war ein strahlendes Fest – nicht nur vom Wetter her. Das Niveau sei noch einmal gestiegen, wurde allseits konstatiert. Doch dies hat auch eine Schattenseite …

15.06.11 | Der Präsident von «Jagdhornbläser CH», P. Andri Vital aus Zuoz, erlebte am 21. Mai am eidgenössischen Jagdhornbläserfest in Goldach einen stressfreien Tag. «Die Organisation ist perfekt, die Infrastruktur ideal und die Gastfreundschaft der St. Galler überwältigend. Jeder Verbandspräsident, der von den Organisierenden ein solches ‹Eidgenössisches› präsentiert bekommt, darf sich gratulieren», gab er strahlend zu Protokoll. Und es gab wohl auf dem ganzen Festgelände niemanden, der ihm widersprochen hätte.

 

Doch trotz grosser Freude fand der «oberste Jagdhornbläser» auch nachdenkliche Worte. Es sei hoch erfreulich, dass das Niveau noch einmal gestiegen sei, stellt er fest. Doch diese Entwicklung habe auch ihre Schattenseiten. «Wiederum sind einige Gruppen nicht erschienen, die sonst immer mitgemacht haben», konstatierte er.  Die Spitzengruppen seien dem Durchschnitt qualitätsmässig enteilt.

 

Spitzenrangierungen seien nur noch möglich, wenn die Mitglieder einer Gruppe nicht nur Jäger, sondern daneben auch noch routinierte Musikanten seien. Er illustriert dies an der Siegergruppe der Kategorie AI, «Corns da catscha Pez Fess». «Ich freue mich unbändig über den Erfolg meiner Bündner Kollegen. Dass diese fünf Jahre nach ihrer Gründung an der Spitze stehen, hat aber damit zu tun, dass die Mitglieder nicht nur passionierte Jäger sind, sondern auch Blasmusikanten, die zum Teil schon in der Jugendmusik zusammen gespielt haben.»

 

Dies solle die Freude über den Erfolg keinesfalls trüben. Es sei ein Glücksfall, dass die jagdliche Öffentlichkeitsarbeit sich auf so tolle «Botschafter» stützen könne. Es sei aber andererseits klar, dass etliche Gruppen, die eben aus «blasenden Jägern» und nicht aus «jagenden Bläsern» bestehen, den Aufwand nicht mehr auf sich nähmen, den eine Teilnahme am «Eidgenössischen» mit sich bringe, wenn man zum Vorneherein darum wisse, dass man in der ersten Hälfte der Rangliste nicht konkurrenzfähig sei.

 

So traten dann, trotz der Teilnahme etlicher ausländischer Gruppen, in der grössten Kategorie gerade mal 10 Gruppen an, dann gab es noch ein Kategorie mit acht, eine mit sieben und ein mit sechs Gruppen. In vier Kategorien spielten nur gerade eine bis drei Gruppen mit. Eigentlich schade, wenn man bedenkt mit wie viel Einsatz und Hingabe das OK unter der Leitung von Thomas Würth, Gemeindepräsident von Goldach und aktiver Jäger, ein wirklich perfektes Fest vorbereitet hat.

Vormarsch der Ostschweizer

Hatten früher jahrelang die Gruppen aus dem Kanton Luzern den Sieg in den oberen Kategorien beansprucht, so wurde diese Dominanz diesmal radikal geknackt. In der «Königsklasse» C1, Parforcehörner in Es, verdrängte die St. Galler Gruppe «Weiherweid» unter der Leitung von Roman Schmid den vormaligen Seriensieger «Entlebucher Gämsjäger» auf den zweiten Rang, in der Kategegorie  A1,  wo die besten gemischten Gruppen (Fürst Pless- und Parforcehörner in B) gegeneinander antraten, siegten die vorerwähnten «Corns da catscha Pez Fess» mit ihrem Leiter Clemens Cristoffel vor dem Titelverteidiger  «Hubertus Escholzmatt».

 

Auszug aus der Rangliste

Katgorie A1 (Gemischt Fürst-Pless- und Parforcehörner in B)
1 Corns da catscha Pez Fess (Leitung: Clemens Christoffel) 579
2 JHB Hubertus Escholzmatt (Hermann Studer sen.) 557.5
3 JHB Eggenfelden (Sebastian Niederreiter) 515.5

Kategorie A2 (Gemischt Fürst-Pless- und Parforcehörner in B)
1 JHB Bortelhorn (Paul Schwery) 949.5
2 JHB Reichenstein (Udo Schmitz) 861.5
3 JHB Vom Rhy (Rosmarie Keller) 855.

Kategorie A3 (Gemischt Fürst-Pless- und Parforcehörner in B)
1 JHB Falknis (Sascha Wenk) 892.5
2 JHB Ansbach und Umgebung (Dr. Roland Müller) 805
3 JHB Fraubrunnen (Walter Kammermann) 801.5

Kategorie A4 (Gemischt Fürst-Pless- und Parforcehörner in B)
1 Bläsercorps Badische Jäger (Bernd Wassmer) 863

Kategorie B, (reine Fürst Pless- oder reine Parforcehörner in B)
1 JHB Kladska Tschechien (Petr Tuoma) 772.5

Kategorie C1 (Reine Parforcehörner in Es)
1 JHB Weiherweid (Roman Schmid) 553.5
2 Entlebucher Gämsjäger (Lukas Balmer) 544.5
3 Sonat ES (Simon Mattmüller) 520

Kategorie C2 (Reine Parforcehörner in Es)
1 JHB Ergolz (Niklaus Schmid) 553

Kategorie D (freie Kategorie)
1 JHB Waldmann Zürich (Josef Gyr) 460

Autor: FREDY KRADOLFER

 

 

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